Abschied vom Passivhaus – Realschule in Kaufering in Massivbauweise – 17,2 Millionen Euro

Nicht zuletzt die Differenz von 760000 Euro bei den Gesamtkosten hat am Ende den Ausschlag gegeben: Die neue Realschule in Kaufering wird nicht, wie von den Grünen gefordert, in Passiv-, sondern in Massivbauweise errichtet. Und das nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 und ausgestattet mit einer Lüftungsanlage sowie Kühlung. Die Wärmeversorgung erfolgt vom Biomasseheizkraftwerk der Marktgemeinde. Diesen Beschlussvorschlag an den Kreistag hat der Kreisausschuss vergangene einstimmig gefasst. Er beinhaltet auch ein Gesamtbudget von 17,2 Millionen Euro

. Eine Reihe von Aufgaben war dem Sieger des Architektenwettbewerbes, Gerhard Meyer aus Bayreuth, und den Fachplanern im Juli vom Kreistag auferlegt worden. Die Ergebnisse hatten sie erstmals in der Hochbaukommission präsentiert, wo, so Landrat Walter Eichner, eine „intensive Beratung“ folgte. Diese mündete letztlich ebenfalls in die Empfehlung an die Kreisgremien, sich auf die Massivbauweise und EnEV-Standard 2009 festzulegen. Nach Westen verschoben Entgegen der ersten Planungsvariante sei das Schulgebäude südlich der Bayernstraße etwas weiter nach Westen geschoben worden, erläuterte Architekt Meyer im Kreisausschuss. Dadurch habe man unter anderem Raum für 23 Lehrer-, acht Abholer- und zwei Behindertenparkplätze sowie zehn Stellflächen in Reserve gewonnen. Direkt am Viehweideweg sind die Bushaltestelle und eine Wendeschleife für die langen Fahrzeuge vorgesehen (siehe Skizze). Landschaftsarchitekt Rainer Dettling möchte gerne im Norden den offenen Graben entlang der Bayernstraße samt Biotop ausbauen. Letzteres könnte etwa im Rahmen des Schulbetriebes betreut werden. Der Graben aber ist Sache der Marktgemeinde. Naturgemäß interessierten sich Mitglieder des Kreisausschusses weit mehr für den Schulbau selbst. Auf die Vor- und Nachteile von Massiv-, Holzständer- und Modulbauweise ging Statiker Christian Schüller ein. Dabei kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass ein Massivbau nicht nur die Kosten betreffend am günstigsten ist. Er biete auch die größtmögliche räumliche Flexibilität, was angesichts der ständigen Veränderungen in der Schullandschaft von besonderer Bedeutung sei. Damit wäre der Landkreis auch für die mögliche Einführung einer Ganztagsschule gerüstet, ergänzte Architekt Meyer. „Welche Mehrkosten entstehen, wenn ein Passivhausstandard erreicht werden soll?“ Diese, auf Betreiben der GAL aufgeworfene Frage beantwortete der Münchener Ingenieur Felix Rausch: Bei gleichen Vorzeichen würde der Bau mit satten 7600000 Euro mehr zu Buche schlagen, was sich erst nach 123 Jahren amortisieren würde. Nicht fit für die Zukunft? „Wir wollen ja gerne Vorreiter sein, aber dieser Unterschied ist einfach zu groß“, befand CSU-Fraktionschef Dr. Manfred Rapp und erhielt von fast allen Seiten Zustimmung. Nur die GAL-Ratsmitglieder Josef Lutzenberger und Monika Groner bedauerten die Abkehr vom Passivhaus, mit dem man, so der Uttinger Bürgermeister, „fit für die Zukunft“ gewesen wäre. Gleiche Vorzeichen bedeutet übrigens, dass sowohl die Ausführung nach EnEV 2009 als auch das Passivhaus mit Lüftung und Kühlung inklusive Wärmerückgewinnung sowie Anschluss an das Kauferinger Nahwärmenetz betrachtet wurden.

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