Da fällt keiner durchs Netz

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Die Besten ihres Jahrgangs an der Johann-Winklhofer-Realschule: Luisa Vieregg (1,33), Korbinian Federl (1,27) und Laureen Kinberger (1,0).

Landsberg – Handschellen bei einer Abschlussfeier? „Vielleicht haben wir das Motto falsch verstanden“, gestehen die Moderatoren Beyza Kaynar und Nicolas Schestak bei der Verabschiedung der Absolventen der Johann-Winklhofer-Realschule in Landsberg. Das Thema lautete eigentlich „vernetzt, verknotet, verbunden“ und das bezog sich nicht nur auf die digitalen Medien.

Schulleiterin Angela Hager-Krug hat ihre Ansprache gerade begonnen, da klingelt auf einmal ihr Handy. Sie habe garnicht gewusst, dass sie in der Schulturnhalle Netz habe, so die Schulleiterin. Und doch: Ein gutes Netz zu haben sei extrem wichtig und das nicht nur technisch. 

Die 137 Absolventen der Johann-Winklhofer-Realschule hätten ihr Netzwerk jetzt sechs Jahre lang aufgebaut, das ihnen Halt und Sicherheit gegeben hat. „Heute löst sich dieses vertraute Netz auf“, so Hager-Krug. Die Lehrer seien in dieser Zeit „besser als jede App oder Suchmaschine“ gewesen und hätten die Schüler vor viele Herausforderungen gestellt. Die Eltern zu Hause bezeichnete die Schulleiterin als die „Task-Manager“, die ihre Kinder immer unterstützt haben. 

Auch wenn sich dieses Netzwerk nun auflöse, so wird doch einiges bleiben, einige Verbindungen werden über die Schulzeit hinaus bestehen. „Eure Schulfreunde nehmt ihr mit ins Leben“, so Oberbürgermeister Mathias Neuner. Er wünschte außerdem „Mut den Weg zu gehen, den ihr für richtig haltet“. Zunächst aber stehe erst einmal etwas ganz anderes auf dem Programm – nämlich feiern. 

Die Schüler der sechs Abschlussklassen warfen dann noch einmal einen Blick zurück auf ihre Schulzeit: Da gab es die „funkelnden Augen“ der Klassenlehrerin, eine Abschlussfahrt nach Garmisch oder auch „Bootcamp“ genannt, Motivationshilfe durch Schokolade und den ein oder anderen „geschwätzigen Haufen“. Es sei nicht immer leicht mit ihnen gewesen, manchmal sogar aussichtslos, fasste das Schülersprecherin Anissa Taleb zusammen. Aber trotzdem habe jeder die Prüfungen bestanden: „Wir können stolz auf uns sein!“

Und stolz dürften Schüler, Lehrer und Eltern tatsächlich sein: alle 137 Zehntklässler haben die Prüfungen bestanden. Lediglich ein Schüler muss wegen eines Unfalls seine Prüfung im September nachholen. 13 Absolventen dürfen sich über eine 1 vor dem Komma freuen. Außerdem gibt es in diesem Jahrgang noch eine Besonderheit: Die Traumnote 1,0 hat sich Laureen Kinberger in ihrem Abschlusszeugnis gesichert. „Das gibt es wirklich nur ganz selten“, so Schulleiterin Angela Hager-Krug.

Astrid Erhard

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