In der Abwärtsspirale

Am Landsberger Bahnhof müssen die Kunden jetzt ihre Fahrkarten am Automaten kaufen, denn der Serviceschalter der Mobilagentur bleibt vorerst geschlossen. Foto: Bauch

Wer am Landsberger Bürgerbahnhof ein Ticket kaufen möchte muss sich seit letzter Woche mit dem Automaten zufrieden geben. Denn der Schalter der Mobilagentur bleibt vorerst geschlossen. Grund: Kündigung des Vertragsverhältnisses mit der ideal mobil AG seitens der Deutschen Bahn. Zu den genauen Ursachen wollte die DB keine Stellung nehmen; der Betreiber der Mobilagentur, Thomas Walter, erklärt, es habe mit Zahlungsverzug und rückläufigen Umsatzzahlen zu tun. Die Mobilagentur wird in die Geschäftsräume des Reisebüros Vivell am Hauptplatz eingebunden. Details dazu möchte Michael Vivell am Donnerstag bekanntgegeben.

Seit dem Umbau des Landsberger Bahnhofs im Jahr 2005 gab es auch einen neuen Schalter der Mobilagentur, an dem Fahrkarten für die Bahn sowie auch Reisen oder Konzertkarten erworben werden konnten. Betreiber der Agentur war bisher die ideal mobil AG, allerdings kündigte die DB kürzlich den Vertrag. Der Schalter habe sich schlichtweg nicht mehr rentiert, berichtet Thomas Walter, Chef der ideal mobil AG. „Wir waren im Zahlungsverzug bei der DB. Sie drohte dann mit Kündigung.“ Er hätte eine Bürgschaft übernehmen sollen, um den Schalter weiterhin betreiben zu dürfen. „Dazu war ich mit meiner AG nicht bereit“, sagt Thomas Walter. Seit etwa anderthalb Jahren habe er die Mobilagentur defizitär betrieben. „Wir haben Lösungswege gesucht, aber wir befanden uns in einer Abwärtsspirale“, erklärt er. Man habe auch über eine Verringerung des Personals oder kürzere Öffnungszeiten des Schalters nachgedacht, allerdings hätte das zu unzufriedenen Kunden geführt, was die „Abwärtsspirale“ weiter voran getrieben hätte. „Jeder Einschränkung folgt natürlich eine Abnahme der Kundenfrequenz und der Umsatzzahlen.“ Zwar hätten viele Bahnkunden die persönliche Beratung am Schalter in Anspruch genommen und sogar bevorzugt, aber dann ihre Tickets oder Reisen doch woanders – etwa über das Internet – gebucht. Thomas Walter verstehe das, die Kunden seien zunächst auf Beratung angewiesen, wollten aber flexibel bleiben und buchten aus Bequemlichkeit im Internet. „Auch das Kundenverhalten hat sich eben verändert.“ Bei Eröffnung des renovierten Bahnhofes in 2005 hat die ideal mobil AG die DB-Agentur mit einem Monatsumsatz von 60000 Euro übernommen. Durch die Sanierung sei die Attraktivität gestiegen. Die Mobilagentur sei gerne angenom­- men worden. Bis 2008 steigerte sich der Monatsumsatz bis auf 120000 Euro – also um das Doppelte. Allerdings sei er seidem wieder auf 80000 Euro zurückgegangen. „Das ist ein monatlicher Umsatzrückgang von 40000 Euro innerhalb von drei Jahren“, rechnet Walter vor, „ein Trend, der nicht mehr so schnell aufhört.“ Für Thomas Walter waren es die rückläufigen Zahlen, die die Schließung des Schalters verursachten. Allerdings berichtet Franz Lindemair, Pressesprecher der DB Bayern, dass es Probleme zwischen beiden Parteien gegeben habe: „Der Vertrag wurde verletzt und daher die Kündigung.“ Näheres zu den vertraglichen Beziehungen könne er jedoch nicht preisgeben.

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