Landsberger Soforthilfe

Elf Frauen dürfen ins Seniorenheim

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Im alten Teil des Heilig-Geist-Spitals (links) dürfen am Montag elf weibliche Flüchtlinge, darunter eine Schwangere, „befristet“ wohnen.

Landsberg – Wenn die Not besonders groß ist, dann muss man rechtliche Hürden beiseite schieben dürfen – vorübergehend. Die Stadtoberen machen das jetzt vor und bringen von den ankommenden Flüchtlingen elf alleinstehende Frauen im Heilig-Geist-Spital unter. Eigentlich hätten sie in der Lechturnhalle Quartier beziehen sollen.

Bei der Suche nach Unterkünften für die Flüchtlinge ist die Stadt, wie im KREISBOTEN berichtet, auf der Suche nach weiteren adäquate Unterbringungsmöglichkeiten. Das Heilig-Geist-Spital war davon bisher ausgenommen. Die Gründe dafür seien, so Stadtpressesprecher Andreas Létang, „überwiegend rechtlicher Natur. Der für ein Pflegeheim erforderliche Brandschutz habe in einigen Bereichen im Heilig-Geist-Spital nicht erfüllt werden können, sodass man in der Vergangenheit auch Betten reduzieren musste. Létang: „Die bisher genehmigte Nutzung sieht keine andere Unterbring außer der von alten und pflegebedürftigen Menschen vor.“

Bei einem gemeinsamen Ortstermin haben sich Bürgermeister Axel Flörke, Vertreter des Bauamtes und des Heilig-Geist-Spitals sowie Christian Ott von der Ausländerbehörde im Landratsamt die Situation im Heilig-Geist-Spital genau angesehen. Auslöser dafür sei die Nachricht gewesen, dass unter den in Landsberg ankommenden Flüchtlingen elf alleinstehende Frauen seien, eine davon sei schwanger. Diese Frauen sollen nun gemeinsam untergebracht werden, „bis eine dauerhaft geeignete Lösung gefun- den wird“. Daher richten Bauhofmitarbeiter die Zimmer im Erdgeschoss des Heilig-Geist-Spitals nun kurzfristig her. Am Montag könnten sie dann bereits bezogen werden.

„Die Brandschutzvorgaben für ein Pflegeheim sind sehr hoch“, so Létang, „für die Nutzung als Wohnraum gelten hingegen geringere Anforderungen – da reicht ein baulicher Rettungsweg aus.“ Der zweite könne zum Beispiel über die Fenster erfolgen. Ein weiteres Kriterium seien die spärlich vorhandenen sanitären Anlagen in besagtem Bereich des Heilig-Geist-Spitals, die die Unterbringung nur von gleichgeschlechtlichen Flüchtlingen ermöglichten. Die aktuelle Situation, dass so viele alleinstehende Frauen gemeinsam in eine Flüchtlingsunterkunft kommen, werde als „außergewöhnlich“ erachtet. „Das war auch mit ein Grund, warum man Möglichkeiten der Unterbringung außerhalb der Turnhalle gesucht hat“, begründet Létang.

Die Frauen werden die Zimmer in den nächsten zwei Wochen bewohnen, bis andere Wohnmöglichkeiten bereitgestellt werden. Der Pflegebetrieb werde dadurch nicht beeinträchtigt, da dieser Bereich des Heilig-Geist-Spitals räumlich vom restlichen Pflegeheim abgetrennt sei. Die Flüchtlinge werden durch die Küche des Heilig-Geist-Spitals mit Essen versorgt.

Alle Beteiligten betonten, dass diese Lösung „nur eine Interimslösung“ sein könne, da die rechtlichen Hürden weiterhin bestünden. Dennoch wolle man in dieser außergewöhnlichen Situation helfen und habe daher die Anordnung zur Bereitstellung der Räume im Heilig-Geist-Spital getroffen, um „kurzfristig und für diesen befristeten Zeitraum adäquat Hilfe zu leisten.“

Toni Schwaiger

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