Ärgerlicher Punktverlust

Voller Einsatz: Muriz Salemovic (links), hier gegen Johannes Mueller vom VfB Eichstaett, bereitet in der Partie gegen Kirchanschöring den Siegtreffer vor. Foto: Krivec

Fast ins Ausland hat der TSV Landsberg reisen müssen, um sich seinen zweiten Saisonsieg in der Landesliga Süd abzuholen: Mit 2:1 (1:0) gewannen die Lechstädter am Samstag in Kirchanschöring, nachdem es am Mittwoch im Heimspiel nur zu einem 2:2 (2:0) gegen Eichstätt gereicht hatte.

Keine fünf Kilometer sind es von dem 3000-Einwohner-Ort Kirchanschöring hinter dem Waginger See mehr nach Österreich, dementsprechend langwierig gestaltete sich auch die Anreise. „Das hat man uns ein bisschen angemerkt“, so Spielertrainer Sven Kresin, „drei Stunden Fahrt, Stau auf der Autobahn, Hitze, ein schlechter Platz, auf dem noch viele Mannschaften Punkte lassen werden, und die englischen Wochen in den Knochen, da sind wir schwer in die Gänge gekommen – der Gegner allerdings auch.“ Die wenigen guten Gelegenheiten vor fast 600 Zuschauern gehörten dann allerdings den Landsbergern, die diesmal tiefer standen als noch am Mittwoch. Nach gut 20 Minuten schickte Sebastian Bonfert Michael Kares steil und dieser schloss zur Führung für Landsberg ab. Zwar glichen die Gastgeber Mitte der zweiten Halbzeit durch einen Distanzschuss von Lissek noch einmal aus, doch kurz nach seiner Einwechslung legte Muriz Salemovic für Sebastian Spreitzer auf, der von der Strafraumgrenze den Siegtreffer erzielte. „Diesmal haben wir aus einer Handvoll Chancen zwei Tore gemacht“, meinte Kresin zufrieden. „Ich weiß auch nicht, warum Kirchanschöring hinterher gemeint hat, sie hätten mehr Spielanteile gehabt. Sie haben eigentlich nur Diagonalbälle geschlagen und sind hinterhergerumpelt.“ Druck von unten Der knappe Erfolg im Rupertiwinkel hätte den TSV in der Tabelle ganz weit nach vorne bringen können – wäre da nicht der ärgerliche und überflüssige Punktverlust am Mittwoch gewesen. Kresin: „Die Chance auf die Tabellenführung tut unserer Mannschaft offenbar nicht gut. Scheinbar brauchen die Spieler dieses Gefühl, dass sechs oder sieben Mannschaften vor uns stehen und wir ständig richtig Druck von unten kriegen.“ Dabei sah es am Mittwoch lange Zeit danach aus, als würden die Landsberger einen völlig ungefährdeten Sieg einfahren. Nach zwei schönen Kombinationen hatte Salemovic schon nach einer knappen halben Stunde für die 2:0-Führung gesorgt. Den harmlosen Eichstättern fiel über eine Stunde lang nichts ein, mit dem sie ihren Gegner hätten in Gefahr bringen können. Vorne lief der Ball sehenswert flott, lediglich die Chancenverwertung war zu bemängeln. Die TSV-Viererkette rückte ein ums andere Mal bis fast an die Mittellinie nach vorne und stellte ihre Gegenspieler so ins Abseits oder vor unlösbare Probleme. Dass diese Taktik Risiken birgt, wenn nicht alle Beteiligten hellwach sind, zeigte sich dann in der Schlussviertelstunde: Der eingewechselte Marco Witasek wurde zweimal mit dem Ball auf die Reise geschickt, zweimal klappte die Abstimmung in der TSV-Abwehr nicht und aus heiterem Himmel hieß es 2:2. Zum Schluss mussten die Gastgeber sogar noch froh sein, einen Punkt zu retten, als Eichstätt noch einen Kopfball an die Latte zu verzeichnen hatte. „Natürlich ist das ärgerlich, wenn man die Punkte so herschenkt“, ärgerte sich Kresin. „Das passiert dann eben, wenn ein paar Spieler vorne den Ball nicht mehr haben wollen, wenn man aufhört, den Gegner zu beschäftigen und wenn sich plötzlich einer in der Viererkette nach hinten fallen lässt und damit jedesmal das Abseits aufhebt.“ Den nächsten Anlauf zum ersten Heimsieg der Saison nimmt der TSV Landsberg am kommenden Samstag um 15 Uhr. Schwabmünchen gastiert im Sportzentrum. Es darf gerätselt werden, wer dann für Landsberg das Tor hütet, da auch in den beiden jüngsten Spielen rotiert wurde: gegen Eichstätt hielt Tobias Heiland, in Kirch­anschöring wieder Markus Obermayer.

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