Barrieren im Praxistest

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Der Weg über den Hauptplatz ist für Menschen mit Behinderung nicht leicht: Das demonstrierten Hans-Peter Bichler und Erwin Karg sowie Behindertenbeauftragte Barbara Juchem und Manfred Eder (v. links) am „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen“.

Landsberg – „Wie barrierefrei ist der Landkreis Landsberg?“ – Diese Frage stand am „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen“ am heutigen Mittwoch im Mittelpunkt. Auf dem Landsberger Hauptplatz machte nicht nur der aufgebaute Info-Stand auf die Problematik der Barrierefreiheit aufmerksam, auch ein „Praxistest“ verdeutlichte die Schwierigkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung.

Insgesamt 10.533 Menschen mit Behinderung leben derzeit im Landkreis Landsberg. Der Beirat für Menschen mit Behinderung setzt sich seit 1992 für diese Menschen ein. Ein wichtiger Punkt dabei ist eine „barrierefreie Umwelt für alle Menschen“. Um darauf aufmerksam zu machen, war am heutigen Mittwoch ein Info-Stand auf dem Landsberger Hauptplatz aufgebaut. Neben Informationen konnte man dort aber auch eigene Erfahrungen sammeln. Eine Rampe und zur Verfügung gestellte Rollstühle konnten genutzt werden, um herauszufinden, was eine Steigung von sechs oder neun Prozent für einen Rollstuhlfahrer bedeutet, erklärt Geschäftsführer des Beirats Hans-Peter Bichler. Außerdem konnte man die Barrierefreiheit im Landkreis mit einem roten, gelben oder grünen Smiley bewerten.

Aber nicht nur Rollstuhlfahrer müsse man bei dieser Thematik Barrierefreiheit bedenken, „auch Blinde und Taube sind betroffen“, sagte zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl beim „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen“ auf dem Hauptplatz und verwies auf das erst kürzlich aufgestellte Blindenstadtmodell. In vielen Köpfen sei die Thematik immer noch nicht angekommen, sagte stellvertretender Landrat Peter Ditsch. Deshalb müsse man „aufmerksam machen auf das Ungleichgewicht, das immer noch besteht“, so Ditsch.

Und genau dazu forderte Sprecher der Mitgliederversammlung und Gesamtleiter von Regens-Wagner Holzhausen Ulrich Hauser dann auf: Gemeinsam machten sich die Anwesenden auf den Weg zum „geheimen Übergang“ auf dem Hauptplatz. Kreisrat und Bürgermeister von Fuchstal Erwin Karg stellte sich zur Verfügung und nahm in einem Rollstuhl Platz und der Tross machte sich auf den Weg zu der Stelle, an der die Rinnen neben der Hubert-von-Herkomer-Straße abgeflacht sind. Hier stellte sich auch gleich wieder heraus, mit welchen Widrigkeiten Menschen mit einer Behinderung hier zu rechnen haben: Den Übergang hatte man zwar gefunden, allerdings war dieser zu jenem Zeitpunkt von beiden Seiten zugeparkt.

Astrid Erhard

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