Geübt in den Straßenverkehr

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Wer zu Fuß zur Grundschule in Schondorf kam, erhielt einen Stempel.

Schondorf – Wie bereits im letzten Schuljahr organisierte der Elternbeirat an der Schondorfer Grundschule die Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule“. Eine Woche lang liefen, rollerten und radelten auch dieses Jahr wieder so viele Grundschüler wie möglich morgens zur Schule.

Unter den Kindern entbrannte ein lebhafter Wettstreit. Der Ansporn war riesengroß, jeden Morgen von Vertretern des Elternbeirats einen Stempel auf die persönliche Laufkarte zu bekommen. Und manch ein Kind war traurig, dass es mit dem Auto gebracht wurde. „Man merkt schon, dass vor der Schule und in den Nebenstraßen weniger Autos sind. Es gibt viel weniger gefährliche Situationen. Und man merkt, dass viel mehr Kinder zu Fuß unterwegs sind“, so einer der Schulweghelfer am Zebrastreifen bei der Schule.

Die Polizei begrüßte und unterstützte die Initiative, die übrigens die einzige im gesamten Landkreis ist, tatkräftig. Sie zeigte die ganze Woche morgens vor der Schule starke Präsenz. Die Beamten vor Ort sprachen mit den wenigen im Schulbereich parkenden Eltern und warben für ein Umdenken.

„Je weniger Bringverkehr rund um die Schule, umso sicherer ist der Schulweg für alle Kinder. Es tut den Kindern gut, wenn sie nicht jeden Meter gefahren werden; sie sind dann geübter im Straßenverkehr“, so Polizeihauptkommissar Klaus Riedl.

Eine Mutter, die ihr Kind sonst viel mit dem Auto bringt meinte: „Der Zeitablauf ist morgens ein anderer. Ich muss nochmal 10 Minuten früher aufstehen, dafür ist mein Kind aber auch 10 Minuten früher aus dem Haus. Bei so wenig Verkehr ist der Schulweg tatsächlich sicherer als gedacht. Obendrein hat mein Kind so viel Freude dabei – ich werde versuchen es öfter zu Fuß loszuschicken.“

Zur Siegerehrung gratulierte Polizeiobermeisterin Jasmin Beck von der Dienststelle Dießen allen Schülern zu dieser hervorragenden Team-Leistung. Die Teilnahme betrug fabelhafte 94,2 Prozent (zum Vergleich: 2015 waren es 93 Prozent). Die höchste Quote hatten die beiden ersten Klassen. Belohnt wurden die engagierten Mädchen und Jungen von der Polizei mit Reflektorbändern und anderen kleinen Dingen, die den Schulweg sicherer machen. Beck klärte mit den Kindern, wie man mit dem Roller sicher über den Zebrastreifen kommt: schieben.

Zum Abschluss der Aktionswoche gab es vom Elternbeirat noch für jedes Kind ein Eis. Und? Nächstes Jahr wieder? Ein begeistertes „Jaaa“ schallte durch die Aula.

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