Akzent für Traditionelles

Andreas Kößler freut sich auf das Galakonzert in der Kauferinger Lechau-Halle. Karten dafür gibt es nur beim Kreisboten Landsberg. Foto: kb

In der Lechau-Halle gibt es am 13. März einen ganz besonderen Leckerbissen für alle Blasmusikkenner und -liebhaber: Die „Egerländer Blasmusik Neusiedl am See“ gibt auf Einladung des Musikvereins Kaufering ein Galakonzert. Der KREISBOTE unterhielt sich darüber mit Ensemblemitglied (Posaune) und Mitorganisator Andreas Kößler.

Herr Kößler, 1994 wurde das Projekt „Egerländer Blasmusik Neusiedl am See“ ins Leben gerufen. Was war der Anlass? Kößler: „Im Laufe der Zeit wurde der Wunsch bei engagierten und begeisterten Musikern immer größer, gemeinsam zu musizieren – und zwar in einer Weise, die über das vereinsübliche Niveau hinausgehen sollte. Denn was gibt es Schöneres als, umgeben von Gleichgesinnten, traditionelle Böhmische Blasmusik im Stil der ,Original Egerländer Musikanten‘ mit viel Begeisterung und Herz zum Besten zu geben. Aus dieser Idee heraus wurde 1994 das internationale Projektorchester ,Egerländer Blasmusik Neusiedl am See‘ ins Leben gerufen.“ Was versteht man unter „Egerländer Blasmusik“? Was ist das Besondere daran? Kößler: „Die Egerländer Blasmusik hat ihren Ursprung im historischen Land Böhmen, einem Kronland der Donaumonarchie, welches sich heute auf dem Staatsgebiet Tschechiens befindet. Das Egerland befindet sich im äußersten Westen Böhmens und grenzt an Bayern und Sachsen. Wenn man heute vom ,Egerländer Stil‘ spricht, meint man die typische Besetzung, den weichen Sound der einzelnen Register und des ganzen Orchesters, die exakten, gemeinsam ausgeführten Phrasierungen, die ausgewählten Kom positionen und die gelungenen Arrangements, welcher von Ernst Mosch und seinen Original Egerländer Musikanten von 1956 bis 1999 geformt wurde.“ Ernst Mosch hätte am 7. November 2010 seinen 85. Geburtstag gefeiert. Wie bedeutsam war er und was hat er für diese Blasmusik alles bewirkt? Kößler: „Ernst Mosch wird auch als König der Blasmusik bezeichnet, weil durch sein langjähriges Wirken und sein umfassendes Lebenswerk mit zahlreichen Konzerten, Kompositionen und Tonaufnahmen die böhmische Blasmusik weltberühmt gemacht und maßgeblich zum Fortbestand dieser traditionellen Volksmusik aus Böhmen beigetragen hat." Wie setzt sich das „EU-Ensemble“ zusammen? Kößler: „Musiker aus Österreich, Deutschland und natürlich Südtirol zählen heute zur Stammformation des internationalen Orchesters und treffen sich Jahr für Jahr, um gemeinsam die Faszination dieser Musikrichtung zu erleben und das Publikum mit ansprechender Musik zu verwöhnen.“ Was bietet einem das Konzertprogramm? Kößler: „In unserem Konzertprogramm finden sich viele bekannte böhmische Melodien, die als Egerländer Erfolge um die Welt gingen: zum Beispiel der ,Astronautenmarsch‘ oder die Polka ,Egerland Heimatland‘. Traditionell werden im zweiten Konzerteil auch Melodien anderer Musikrichtungen erklingen wie zum Beispiel ,The Lord of Dance’ oder der weltberühmte Titel von Elvis Presley ,Can‘t help falling in love’.“ Bei der Veranstaltung handelt es sich um ein Non-Profit-Projekt, das heißt, die Musiker erhalten für ihr Mitwirken keine Gage, sondern nehmen aus purem Idealismus teil. Wie ist es dennoch möglich, aus den verschiedenen euro­päischen Ländern diese hochkarätigen Musiker zu versammeln? Kößler: „Im Jahr 2004 erfolgte auf Initiative einiger langjähriger Musiker und Mitstreiter die offizielle Vereinsgründung, um eine rechtliche Basis und die Voraussetzung für die Tätigkeit zu schaffen. Jedem einzelnen Musiker wird im Verein die Möglichkeit gegeben, durch ge­mein­same Bemühungen die Ausübung dieses Hobbys auf hohem Niveau und in bester Qualität zu erreichen – was dem Einzelnen nicht möglich ist, soll durch die Gemeinschaft der Vereinsmitglieder erreicht werden. Die Faszination dieser speziellen Musikstilrichtung und die hohe musikalische Qualität des Orchesters sind die eigentlichen Gründe und bieten somit die Grundlage für die Motivation der alljährlichen Teilnahme.“ Wie können Sie dennoch kost­en­deckend arbeiten? Kößler: „Durch professionelle Organisation, intensive Bemühungen des Vorstandes und herausragende Konzertdarbietungen gelingt es uns Jahr für Jahr mit Unterstützung von Gönnern und Sponsoren das Publikum mit ansprechenden Konzertdarbietungen zu verwöh­nen.“ Wie stellen Sie sich die Weiterpflege und Erhaltung dieser Musikrichtung in Zukunft vor? Kößler: „Einerseits wird der Fortbestand der Egerländer Blasmusik durch unsere zahlreichen Konzertauftritte in Südtirol und den Nachbarländern ge­währleistet und andererseits können mit der Projektleitung und Organisation des Südtiroler Festivals der böhmischen und mährischen Blasmusik überregionale Akzente für die traditionelle Blasmusik gesetzt werden.“

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Breitband, Straßen, Seeanlagen

Dießen – Kaum Anlass zu Rückfragen und Diskussionen hat der Haushaltsplan 2017 gegeben, den Kämmerer Max Steigenberger am Montag erneut im …
Breitband, Straßen, Seeanlagen

Kommentare