Schulleiter neidisch gemacht

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Werkzeugkasten, tragbarer Tisch oder Sitzgelegenheit: Die „sToolbox“ der Landsberger BGJ-Schreinerklasse überzeugt durch Vielseitigkeit, wie Simon Felgenhauer, Desiree Kase und Tobias Eisenkappl (v. links) demonstrierten.

Landsberg – „Ich bin absolut völlig begeistert!“ Mit derart überschwänglicher Anerkennung hat Dietmar Bauer, Leiter der Beruflichen Schulen Landsberg, die angehenden Schreiner des Berufsgrundschuljahres (BGJ) bedacht. Auslöser für sein Lob war die Abschlussprojekt-Präsentation am Mittwoch vergangener Woche: Die Aufgabe der Klasse war es, eine vielseitig verwendbare „Toolbox“ entstehen zu lassen. Und zwar vom Entwurf bis hin zum fertigen Stück. Doch nicht nur dafür gab es Beifall, mächtig Eindruck hatte auch die filmische Dokumentation des Projekts hinterlassen.

„Es ist das erste Mal, dass eine BGJ-Klasse ihr Projekt so toll entwickelt und dokumentiert hat“, schwärmte auch Wolfgang Zeit, Obermeister der Landsberger Schreinerinnung. Der angefertigte Film und die Schaustücke zeigten eindrucksvoll, dass das BGJ nicht – wie seitens einzelner Betriebe immer wieder gefordert – abzuschaffen sei. „Diese Ausbildung kann im Betrieb allein gar nicht geleistet werden.“

Mit dem Projekt „Toolbox“ waren neun Gruppen innerhalb der BGJ-Klasse betraut worden. Aus deren Entwürfen wählte ein Lehrergremium den besten aus und die Schüler machten sich an die Umsetzung ihres jeweils eigenen Werks. „Eigentlich wurde der einfachste Entwurf der Sieger“, erklärte Schülerin Desiree Kase, die die Präsentation zusammen mit Tobias Eisenkappl und Simon Felgenhauer abhielt. „Aber Design einfach aussehen zu lassen, ist sehr schwer.“

„Form follows function“ sei die Marschroute gewesen, erläuterte Felgenhauer, wobei sich immer wieder gezeigt habe, dass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe seien. Doch das Umgehen mit Rückschlägen habe auch zum Reiz beigetragen. Eisen­kappl, der am Siegerentwurf beteiligt war, erklärte: „Ich hatte mein Werkzeug bisher immer in einem einfachen Baustelleneimer.“ Dieser biete gegenüber eines klassischen Werkzeugkastens einige Vorteile, doch bei beiden Varianten bestehe „Luft nach oben“. So sei es das angestrebte Ziel gewesen, einen Mehrwert durch Zusatzfunktionen zu erreichen. Das ist gelungen, neben seinem ursprünglichen Zweck dient der Werkzeugkasten unter anderem als tragbarer Tisch oder Stuhl – eben als „sToolbox“.

„Himmelangst und bange“ wurde Bauer, der sich angesichts des Ergebnisses als „neidischen Kaufmann“ bezeichnete, beim Gedanken an die Gesellenstücke, die die selbsternannten „Drittelschreiner“ am Ende ihrer Ausbildung in zwei Jahren abliefern könnten. „Neid ist das größte Kompliment.“ Die Früchte der geleisteten Arbeit seien „süß und groß“, er freue sich über einen „guten Jahrgang“.

Rasso Schorer

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