Alles andere als normal

Stolze Kulturförderpreisträger (von links): Ulrike Ahrens (klassisches Ballett), Felix Mathy (Orgel), Wolfgang Nägele (Theater) und Franziska Leupold (Violine). Foto:Ruile

Zahlreich waren die Gäste am Freitagabend der Einladung von Landrat Walter Eichner ins Stadttheater gefolgt, um der Verleihung des mit 5000 Euro dotierten Kulturförderpreises an vier herausragende junge Talente beizuwohnen. In einem abwechslungsreichen Programm gaben Ulrike Ahrens, Felix Mathy, Wolfgang Nägele und Franziska Leupold Kostproben ihres Könnens und bedankten sich damit auf ihre Art für die Ehrung.

„Was ist schon normal?“, fragte Bernhard Brosch, Laudator von Felix Mathy im Hinblick auf seinen langjährigen Schüler. Und kam sehr schnell zu dem Schluss, dass nur wenige der Eigenschaften, die man gemeinhin für normal hält, auf seinen Zögling zuträfen. Kein Seufzen, Stöhnen und Fluchen habe man beispielsweise von ihm gehört bei schwierigen Passagen, vielmehr ein freudiges Lachen angesichts der technischen Herausforderung. Nicht das Lamento, sondern die Begeisterung für „die geniale musikalische Idee“ habe bei Felix stets im Vordergrund gestanden. Immer wieder taucht dieser Begriff im Zusammenhang mit den jungen Künstlern auf. So kündigt der Leiter des Stadttheaters, Florian Werner, in seiner Laudatio Wolfgang Nägele als einen „Vollbluttheatermann“ an, der mit seiner Begeisterungsfähigkeit selbst eingefleischte Skeptiker mitzureißen verstehe. Und so beschreibt Laudatorin Beatrix Klein ihre langjährige Ballettschülerin Ulrike Ahrens als unermüdlich in Ihrem Streben, der Schönheit der Musik Ausdruck in der Schönheit ihres Tanzes zu verleihen. Die Liebe zur Musik ist auch die treibende Kraft für die junge Geigerin Franziska Leupold. Mit reichlich Talent gesegnet habe sie ihr musikalisches Pensum in den Anfangsjahren ohne allzu großen Übungsaufwand geschafft, weiß Laudator Gerhard Abe-Graf zu berichten, und somit noch reichlich Zeit für ihr Hobby Fußball gehabt. Erst die Teilnahme am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und das Zusammentreffen mit anderen „richtig guten Leuten“ habe die Hinwendung zur Musik als zentralem Lebensbereich gebracht. Seitdem übt die erst 17-Jährige täglich mehrere Stunden lang. Damit teilt Franziska eine weitere, ganz wichtige Eigenschaft mit den drei anderen Kulturförderpreisträgern: Sie alle sind ungeheuer ehrgeizig und fleißig. „Normal ist das nicht!“, hätte Laudator Bernhard Brosch an dieser Stelle sicher erneut ausgerufen. Vielversprechende, zeitig gehobene und einfühlsam entfaltete Talente standen schließlich auf der Bühne versammelt, um ihre Preise aus der Hand des Landrats entgegenzunehmen. „Betrachte die Auszeichnung als Ermutigung für die Zukunft!“, hatte Abe-Graf „seiner“ Preisträgerin zugerufen und damit den Aufforderungs- charakter des Kultuförderpreises herausgestellt – ein Förderpreis, der auch „Forderpreis“ sein will und soll.

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