Alles ist möglich – aber teuer beim Breitband

Breitband steht für eine bessere Internetversorgung – mehr Daten werden schneller übertragen. Im Landkreis können dies noch nicht alle Bürger nutzen. Es bestehen „Breitbandkluften“. Dieses Problem kennt auch die Landkreisverwaltung und hat deshalb eine Machbarkeitsstudie zur Breitbandversorgung in Auftrag gegeben. Denn eine zeitgemäße Internetversorgung ist auch ein Standortfaktor – besonders für Unternehmen, aber auch für Zuzügler. Landrat Walter Eichner nennt die Breitbandversorgung „ein wichtiges Mosaik in der Infrastruktur“. Wie es um die einzelnen Gemeinden „breitbandmäßig“ bestellt ist und was verbessert werden kann, hat Karl Manstorfer vom Planungs- und Beratungsbüro Innovative Kommunikationstechnologien (IK-T) am Dienstag im Landratsamt vorgestellt.

Wie steht es konkret um die Versorgung? Wünschen sich beispielsweise die Unternehmen eine leistungsfähigere Internetverbindung?, haben die Experten aus Regensburg zunächst gefragt. Das Büro, das in Bayern mehrere Landkreise betreut, hat dann nach der Ist- und Bedarfs-Analyse auch den Bestand an bereits vorhandenen Technologien ermittelt. Wie können diese bereits für eine bessere Breitbandversorgung miteingebunden werden?, hieß dabei die Frage. „Die Studie ist sozusagen ein Masterplan“, erklärt Manstorfer und präsentiert die optimale Lösung auf einer Karte. Diese zeigt, was machbar wäre: wo überall im Landkreis Glasfaserkabel von einem Hauptverteiler gelegt werden könnten. Der Vorteil von Glasfasern ist: Sie können Daten viel schneller übertragen und sind weniger störanfällig als Kupferkabel. Glasfaser ist teuer Doch die Glasfaservariante ist auch extrem kostspielig, weil in großem Maßstab investiert werden muss: Rund 20000 Euro kosten dafür notwendige Kabelverzweiger. Zudem müssen Leerrohre verlegt werden, für die pro Meter bis zu 57 Euro zu zahlen sind. Mit etwa 9,7 Millionen beziffern Manstorfer und seine Mitarbeiter die Grobkosten für die Glasfaserversorgung. Laut den Experten sollten die Gemeinden auch Alternativen zur Breitbandversorgung einbeziehen und zum Beispiel über Richtfunkstrecken oder Breitbandkabelnetze. Dadurch könnten die Investitionen um 1,9 Millionen Euro gesenkt werden. Kurzfristig schlägt das Regensburger Planungsbüro in seiner Studie vor, Technologien einzusetzen, die auf den Kupferkabeln mehr Bandbreite schalten oder auch Funktechnologien zu nutzen. Das seien kostengünstigere Varianten für eine Breitband-Grundversorgung. Jedoch wird der Bedarf so nur einige Jahre gedeckt werden können. Mittelfristig solle daher das Glasfasernetz in einem mehrjährigen Ausbauplan umgesetzt werden. Nun mit Abschluss der Studie und nachdem die Bürgermeister der Landkreisgemeinden informiert wurden, sind diese selbst gefragt. Eichner hofft auf dabei Kooperationen zwischen den Kommunen. Manstorfer und seine Mitarbeiter beenden ihre Arbeit im Landkreis mit der Studie noch nicht, sondern stehen den Kommunen als Ansprechpartner zur Seite, wenn diese den Breitbandausbau angehen wollen. Wie in anderen Bundesländern gibt es auch in Bayern eine Breitbandinitiative. Hier bieten die Industrie- und Handelskammer und der Freistaat Informationen und Handlungsanweisungen an. Einige Gemeinden aus dem Landkreis sind dort schon registriert: Prittriching und Scheuring zum Beispiel. Per Auswahlverfahren sollen dort geeignete Netzbetreiber gefunden werden, die die Orte bedarfsgerecht mit Breitband-Internet versorgen (Seite 4). Pilotprojekt Die bayerische Landesregierung unterstützt innovative Gemeinden immerhin mit einem Zuschuss von 100000 Euro. Ende nächsten Jahres soll es die Fördermöglichkeit aber nicht mehr geben, weiß Alexander Graf, der Verantwortliche für die Wirtschaftsförderung im Landkreis. Graf hofft aber, dass die Förderung verlängert wird. Für Januar hat Landrat Eichner einen Termin mit der Regierung von Oberbayern geplant. Eichner möchte sich dort dafür einsetzen, dass dem Landkreis eine Vorreiterrolle bei der Breitbandversorgung zugesprochen bekommt – und der Netzausbau vielleicht sogar zum Pilotprojekt wird.

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