Lech-Kletterzentrum am Bahnhof

Landsberg klettert in Kaufering

+
Überwiegend als Holzkonstruktion soll das „Lech-Kletterzentrum“ im Süden des Kauferinger Bahnhofs realisiert werden. Läuft alles nach Plan, ist in zwei Jahren Eröffnung.

Kaufering/Landsberg – Schon seit vier Jahren kämpft er um das Projekt, jetzt rückt es in greifbare Nähe. „Ich würde mit sehr freuen, wenn es uns endlich gelänge“, sagt Vorsitzender Erwin Stolz mit Blick auf die Pläne für die Kletterhalle des Alpenvereins. Und die soll nicht etwa im Mittelzentrum Landsberg entstehen, sondern in Kaufering. In zwei Jahren wollen AV und Mitinvestor Markus Wasserle das „Lech-Kletterzentrum“ am Bahnhof eröffnen.

Lange Zeit stand es den Verantwortlichen des Landsberger Alpenvereins im Sinn, das ehrgeizige Projekt in ihrer Heimatstadt zu realisieren. Im ersten Anlauf hatte man ein Grundstück direkt an der Eissporthalle im Visier, nahm dort in Absprache mit der Stadt bereits Probebohrungen. Viel mehr indes geschah in der Folge dann nicht. Schließlich schlossen sich Stolz&Co. mit dem TSV Landsberg kurz, doch auch hier gingen die Vorstellungen beider Seiten zu weit auseinander. Es schien wie verhext, offensichtlich war in der Lechstadt nichts Passendes für die Kletterer zu finden. Das unterstrich auch das letzte Gespräch mit der Stadtspitze Anfang Juli.

Und weil man in der Heimatstadt „einfach nicht mehr vorangekommen“ ist, wagte Erwin Stolz den Blick über Landsberg hinaus – nach Kaufering. Dort möchte Markus Wasserle das letzte noch verfügbare Grundstück im Gewerbegebiet am Bahnhof für die Verlagerung seines Firmensitzes nutzen. Die „Gebäudereinigung Wasserle GmbH&Co. KG“ mit 170 Mitarbeitern soll von Martinsried bei München zurück nach Kaufering, wo sie 2004 gegründet worden war. Markus Wasserle, dessen Bruder Michael, Prokurist der Firma, beruflich wie privat gerne klettert, hat auf dem avisierten Areal zwischen Filmpalast und DruckArt noch Platz für das Kletterzentrum. Die Verhandlungen waren von Beginn an vielversprechend und AV-Chef Stolz freut sich, einen „verlässlichen Partner“ gefunden zu haben – noch dazu einen „finanzkräftigen“.

Das in den Grundzügen bereits geschnürte Paket sieht vor, dass Wasserles Firma das 5650 Quadratmeter-Areal in der Viktor-Frankl-Straße von der Gemeinde Kaufering erwirbt und fast 3000 Quadratmeter davon dem Alpenverein Landsberg in Erbbaurecht überlässt. Das rund 2,2 Millionen Euro teure „Lech-Kletterzentrum“ mit Halle und 14 Meter hohen Turm errichten beide Seiten gemeinsam und führen es dann in einer Betreibergesellschaft. Sieben Tage die Woche, voraussichtlich von 9 bis 22 Uhr, soll es den Kletterern dann zur Verfügung stehen – mit 920 Quadratmeter Indoor-Kletterfläche, 430 m2 outdoor und 310 m2 fürs Boldern. Parken ist kein Problem, auf dem Grundstück selbst sind 52 Stellplätze vorgesehen.

Die Konzeption für das „anspruchsvolle Projekt“ (Stolz) steht und wurde jüngst in einer Bauvoranfrage den Kauferinger Räten in nichtöffentlicher Sitzung präsentiert. Kritische Stimme habe es dort lediglich zur Höhe des Kletterturms gegeben. Die geplanten 14 Meter seien laut Bebauungsplan aber möglich, beteuerte der AV-Vorsitzende am Dienstag bei der gemeinsamen Präsentation der „Lech-Kletterhalle“ vor der Presse.

Erwin Stolz und Markus Wasserle sind überzeugt, dass das Projekt von Erfolg gekrönt sein wird. Dem Zufall will man da nichts überlassen. „Natürlich“ haben die Projektentwickler im Vorfeld die Besucherzahlen vergleichbarer Kletterzentren in vergleichbaren Städten und Regionen geprüft, haben das Besucherpotenzial im Einzugsgebiet ermittelt und sind zu dem Schluss gekommen, dass man „richtig fett im Strahlungsbereich“ (Stolz) einer großen Klettererschar liege. Allein die Landsberger AV-Sektion mit rund 5500 Mitgliedern hat 400 Kletterer beim DAV gemeldet. Apropos DAV: In dessen Kletterhallenplan ist Landsberg bereits seit Jahren berücksichtigt, was laut Erwin Stolz bei der Förderung von großer Bedeutung sei.

Nutznießer

Und wann soll‘s losgehen? Läuft alles nach Plan, könnten 2017 sowohl Spatenstich als auch Eröffnung der „Lech-Kletterhalle“ in Kaufering sein. Gewissermaßen ein Nutz­nießer der jüngsten Standortwahl ist übrigens die Stadt Landsberg: Sie muss die bereits zugesagte 200.000 Euro-Förderung nicht mehr ausgeben.

Toni Schwaiger

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare