Altäre, Votivtafeln, Leuchter – bei Gerhard Brigl sind sie in den besten Händen

„Kirchliche Kunst“ steht in weißen Lettern an der in heller Malvenfarbe gehaltenen Hausfassade. Wer einen Blick durch die Fenster wagt, sieht alte Leuchter, Pokale, groß- und kleinformatige Gemälde, unzählige Büchsen und Gläser in Regalen, Werkzeuge und – mit etwas Glück – einen Mann, der mit ruhiger Hand den Pinsel zu einer kleinen Figur führt. Es ist vielleicht Heinz Reinhold. Der Vergolder ist wie andere Kunsthandwerker für Gerhard Brigl, dem Inhaber der Werkstatt „Kirchliche Kunst“, tätig.

Der Landsberger Handwerksbetrieb ist auf Restaurierungen von sämtlichen Gegenständen aus Metall und Holz sowie von Malerei spezialisiert, die seit Jahrhunderten zur Ausstattung von Kirchen gehören, ebenso wie auf Neuanfertigungen nach historischem Vorbild. Mit diesem Angebot ist der Betrieb hierzulande einmalig. Und so wundert es nicht, dass die Kunden nicht nur aus allen Regionen Deutschlands kommen, sondern auch aus Österreich, der Schweiz oder aus den USA. In dritter Generation Gerhard Brigl hält sich an die väterliche Vorgabe: „Wir betreiben kein Milchgeschäft. Bei uns zählt Qualität, und die setzt sich durch.“ Das Familienunternehmen in dritter Generation hat seinen Ursprung in einer vor mehr als 100 Jahren gegründeten Goldschmiede in Ried nahe Donauwörth. Die Kriegswirren verschlugen den Vater nach München. 1958 war er dann soweit mit der Spezialisierung auf die Restaurierung von Kirchenmalerei und Gemälden. Gerhard Brigl erlernte zunächst den Beruf des Gürtlers, bevor er sich mit kirchlicher Kunst und deren Restaurierung befasste. Hier bedarf es nicht nur des eigentlichen handwerklichen Könnens. Umfangreiches Wissen über die Ausstattung von Kirchen und Klöstern über fast ein Jahrtausend hinweg ist ebenso von Nöten wie Organisationstalent. Brigl macht nicht viel Aufhebens über seine berufliche Entwicklung: „Es hat sich halt so ergeben.“ Sonderanfertigungen Das ist durchaus tiefgestapelt, denn wenn Brigl in seiner ruhigen, fast zurückhaltenden Art über seine Arbeit, über Projekte wie die Beratung für eine bevorstehende Restaurierung eines Hochaltars oder über die Neuanfertigung von Wangen für beschädigtes Kirchengestühl spricht, ist absolute Kompetenz und viel Engagement zu spüren. Vor Jahren hat Gerhard Brigl seinen Betrieb von München nach Landsberg verlegt, um seiner zweiten Passion, der Lechfischerei, besser frönen zu können. Und wenn wir die Fern- sehreihe des „Pater Braun“ mit Ottfried Fischer anschauen, dann wissen wir jetzt, Ausstattungsstücke als Sonderanfertigung aus dem Betrieb „Kirchliche Kunst“ Landsberg spielen auch dort eine gleichfalls gewichtige Rolle.

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