Altes Holz bringt Mann vor Gericht – Wollte 53-Jähriger Versicherung übers Ohr hauen?

Sogar ein Haufen altes Holz kann seinen Besitzer vor Gericht bringen - zumindest dann, wenn der versucht, Abfälle zu Brennholz umzudeklarieren und damit seine Versicherung übers Ohr zu hauen. Das Verfahren gegen einen 53-Jährigen aus dem südlichen Landkreis wurde am Donnerstag zwar eingestellt, doch muss er 2400 Euro Geldauflage zahlen.

Es war zwei Tage vor Weihnachten ’08, als auf dem Grundstück des Angeklagten das Holz aus ungeklärter Ursache in Brand geriet. Die Feuerwehr vermutete, dass ein Brandbeschleuniger verwendet worden war, weil die Flammen trotz der kalten und feuchten Witterung auffallend stark loderten. Konkrete Hinweise darauf wurden allerdings nicht gefunden. Der Angeklagte soll zunächst geäußert haben, bei dem Holz habe es sich um wertlose Gartenabfälle gehandelt. Da er gegen Aufräumarbeiten versichert war, meldete er seiner Versicherung des Schaden als Entsorgungsfall. Die schätzte die Kosten des Abtransports der feuchten und angekokelten Stämme, einer Gesamtmenge von immerhin zehn Tonnen, auf etwa 1500 Euro. Dann begann sich eine wundersame Preisschraube zu drehen, und aus den Gartenabfällen wurde Brennholz im Wert von über 10000 Euro. Vor Amtsrichterin Sabine Grub bestritt der Angeklagte den Vorwurf des versuchten Versicherungsbetruges. Von Brennholz habe er nie gesprochen und auch von der Versicherung nicht den Sachwert ersetzt haben wollen, sondern lediglich die Entsorgung. Die aber hätte „nach Auskunft der Mülldeponie in Landsberg“ 10000 Euro gekostet, da es sich bei dem Holz teilweise um „Sonderabfälle“ wie lackierte Fensterstöcke gehandelt habe. Er vermute, so der 53-Jährige, dass ihn die Versicherung loswerden wolle, da sich schon in der Zeit vor dem Feuer in seinem Betrieb die Schadensfälle gehäuft hätten. Misstrauisch geworden war die Versicherung tatsächlich. Sie schickte einen Schadensregulierer auf das Grundstück des Angeklagten. Der Gutachter bestätigte vor Gericht, dass der 53-Jährige ihm gegenüber von Brennholz gesprochen hatte. Auf ihn selbst jedoch habe der Haufen, beziehungsweise das, was von ihm übrig war, wie Strauchschnitt gewirkt. „Es waren keine dicken Stämme darunter, das war kein vorbereitetes Brennholz.“ Eine schriftliche Schadensmeldung reichte der Angeklagte nie ein. So ließen sich weder Schuld noch Unschuld eindeutig beweisen, was schließlich dazu führte, dass das Verfahren eingestellt wurde. Ganz ungeschoren kam der mehrfach vorbestrafte Angeklagte jedoch nicht davon. Er muss 2400 Euro an die Lebenshilfe Landsberg zahlen.

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