Im neuen Kleid

+
Dieses Jahr gab es beim Adam-Vogt-Preis drei Gewinner in drei Kategorien: Marta Selbach (vertreten durch ihren Mann) mit traditioneller Keramik, Magdalena Kink mit experimenteller Porzellantechnik und Roland Beha mit seinem modernen Kugelbrunnen (von links).

Landsberg – Der neue Standort hat sich bewährt: „Bisher habe ich nur gutes Feedback bekommen. Alle sind durch die Bank weg zufrieden“, berichtet Töpfermarkt-Berater Harald Busse. „Es war proppenvoll von Anfang bis Ende.“ Waren es im letzten Jahr noch 39 Stände, trumpft der Markt heuer mit 61 Ständen auf. Der Rundweg sorgt für bessere Orientierung, das Gelände ist heller und offener und auch noch näher zur Altstadt. Nicht zuletzt spielte auch der Wettergott mit und sorgte für ein fast regenfreies Wochenende.

Schon auf der Karolinenbrücke leuchten die Wimpel in den Stadtfarben: Die Veranstalter haben die Farben Landsbergs auf den Markt geholt. Von dort zieht sich der Rundweg bis zum Papierfleck und wieder zurück, wobei die Lechseite vom Schatten profitiert. Im letzten Jahr hatte die Ankündigung des neuen Standorts teilweise Entsetzen hervorgerufen. Man befürchtete, an der Promenade wie die „Hühner auf der Stange“ zu sitzen. Am Mutterturm sei es zwar sehr schön gewesen, sagt auch Jeanette Arndt aus Waal und lacht: „Aber ich hatte jetzt ein Jahr Zeit, mich daran zu gewöhnen.“ Durch den Rundweg stehe niemand mehr im Abseits. Und es sei eindeutig leichter, einen Stand wiederzufinden.

Töpferkunst mit Altstadtblick

Von der Zusammenarbeit mit Katharina Britzger und Christoph Zerle vom Marktamt ist Busse begeistert. Für den nächsten Töpfermarkt sind schon neue Ideen vorhanden: „Wir wollen versuchen, das Atelier von Herkomer vor dem Mutterturm wieder aufzubauen“, sagt Britzger. Bei Ausgrabungen 2013 waren dort Keramikscherben von Herkomers Töpfertätigkeit gefunden worden, die den Ofenkacheln im Herkomersaal des Rathauses gleichen. „Dadurch könnte man den Weg zum Herkomerpark öffnen“, meint Zerle.

Busse wäre davon angetan: „Dann hätten wir auch noch das kleine Stück bis zum Park.“ Beworben haben sich 91 Töpfer, aber mehr als 70 Stände seien beim vorhandenen Platz nicht möglich. Am Marktkonzept wird weiterhin gefeilt. „Die Logistik der Zufahrt sollte zum Beispiel noch optimiert werden“, hofft Busse. Beratend dabei sind auch Referent für Stadtmarketing Hans-Jürgen Schulmeister und Kommunikationstrainerin Christine Baumgartner aus ­Erpfting. Genaues ist aber noch nicht klar: „Die Werkstatt wird nächstes Jahr kommen“, ist sich Zerle sicher. „Alles Weitere ist Überraschung.“

Das bewährte Rahmenprogramm zog auch heuer: Am Samstag spielte „Willi & die Magneten“, am Sonntag gab’s den Jazz-Frühschoppen mit der „12th Street Jazz Connection“. Beim Kindertöpfern wuselte es und die zischend-rauchigen Raku-Brand-Vorführungen zogen zahlreiche Zuschauer an. Ein weiterer Höhepunkt war die Adam-Vogt-Preisverleihung am Samstag.

Zwanzig Töpfer hatten sich mit einem von ihnen selbst ausgesuchten Stück beworben. Eigentlich sollten die Werke in einem Zelt gesammelt stehen, „aber das hat leider nicht mehr geklappt“, gibt Busse zu. Dieses Jahr galt es, drei gleichwertige Preise auszuloben: in den Kategorien „modern“, „experimentell“ und „traditionell“ – wobei die Abgrenzung der ersten beiden nicht ganz leicht fiel. Zudem wurden die Werke dieses Jahr nicht von der Stadt angekauft, sondern jeder erhielt einen Anerkennungspreis in Höhe von 200 Euro.

Die sechsköpfige Jury war sich schnell einig: Roland Behas roter Kugel-Brunnen, Magdalena Kinks fragile Porzellanschale und Marta Selbachs Bunzlauer Keramikschüssel gewannen jeweils 200 Euro. Beha baut seit über 30 Jahren Brunnen: „Dieser hier besteht aus zwei zusammengesetzten Kugelhälften, in die eine LED-Beleuchtung eingebaut wurde.“ Er ist zum ersten Mal in Landsberg mit dabei – „aber ich komme gerne wieder.“

Für ihre hauchdünne Schale hat Kink Mullbinden in Porzellanmasse getränkt und dann gebrannt: „Bei 1.250 Grad brennt der Mull dann weg.“ Zurück bleibt eine hauchdünne Porzellanhaut. Selbach wurde durch ihren Mann vertreten: „Meine Frau hat ihre Ausbildung zur Keramikmalerin in Bunzlau, heute Bolesławiec in Polen gemacht.“ Seither entwickele sie die Muster weiter – mit Erfolg: Stadtmuseumsleiterin und Jurymitglied Sonia Fischer konnte nicht widerstehen und nahm gleich eine der Schüsseln mit nach Hause.

Susanne Greiner

Meistgelesene Artikel

Ein Pentagon für Landsberg?

Landsberg – Wahrlich Spektakuläres baut sich im Osten der Lechstadt auf: ein Pen­tagon. Der Landkreis möchte auf dem Penzinger Feld gern ein neues …
Ein Pentagon für Landsberg?

Städtisches Alkoholverbot?

Landsberg – Mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen der Landsberger Mitte fordert Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee, der als Leitender Notarzt tätig …
Städtisches Alkoholverbot?

Bauland soll auf einmal kein Bauland mehr sein

Kinsau/Schongau – Baugrund oder Außenbereich? Mit dieser Frage setzte sich der Kinsauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auseinander. Ein …
Bauland soll auf einmal kein Bauland mehr sein

Kommentare