Am Ziel von 5880 Schulstunden

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Nach einer kurzen Sommerpause wollen die drei Jahrgangsbesten des ASG bereits im Wintersemester voll durchstarten: (v.l.) Raffaela Böswald (1,0) aus Dießen wird an der Ludwig-Maximilians-Universität München Psychologie studieren, Simon Hafner (1,2) aus Dießen beginnt an der Technischen Universität München mit Maschinenbau. Sophie Bauer (1,0) kommt aus Fischen und hat sich für ein duales Studium (International Business) bei der Firma Rational in Landsberg entschieden.

Dießen – Es gab viel zu erzählen über acht Jahre Schulzeit am Ammersee Gymnasium (ASG). Um zumindest einen Bruchteil von „5880 Unterrichtstunden inklusive Wahlfächern“ in einer 15-minütgen Abiturrede unterzubringen, entschieden sich die Abiturienten Lara Kitzmüller, Georgios Chatziandronis und Niklas Wischnewski für einen rap-artigen Vortrag in beachtlichem Stakkato, der dem stürmischen Aufbruchgefühl am Tag der Abifeier trefflich Ausdruck verlieh.

Deutlich wurde dabei: Die Lernerei war häufig nervig, das Gemeinschaftsgefühl in der Jahrgangsstufe dafür großartig. Und am schönsten war es wohl, wenn man sich in den Pausen mit „rauchenden Köpfen“ gemeinsam in den Ammersee stürzen konnte, auch wenn das Balkongeländer vor dem Klassenzimmer für das anschließende Trocknen von 25 Handtüchern und Badeklamotten eigentlich zu kurz war.

„Traurig und wunderbar schön zugleich“ sei dieser Tag, an dem „wir nun das Abschlusszeugnis bekommen, das wir uns so sehr verdient haben“, so die Abiturienten. Subtile Kritik am Schulsystem wurde in ein nettes Kompliment für die Lehrer verpackt: „Bestimmt wäre der ein oder andere Freund unter Ihnen gewesen, hätten wir uns unter anderen Umständen kennen gelernt“. Für Lehrer und Schulleitung, die während der Oberstufenzeit mit klugen Ratschlägen stets parat standen, hatten die Abiturienten deshalb auch ihrerseits einen guten Rat zur Hand: „Tun sie doch einmal etwas, was Sie bisher noch nie getan haben.“ Lob für den Abiturjahrgang 2016 gab es von Oberstufenkoordinator Andreas Schaumann: „Wir haben zwei schöne Jahre miteinander verbracht. Kein anderer Jahrgang hat das Schulleben so sehr geprägt wie dieser. Ihr ward eine wirklich nette Gemeinschaft, wir werden euch mit Sicherheit vermissen.“ Trost gebe die Gewissheit, dass die Schule heuer vernünftige und hoch motivierte junge Menschen in die Welt hinausschicke, die ihren weiteren Lebensweg „in gehobener Gestimmtheit“ beginnen werden.

Glückwünsche überbrachte als Stammgast Bürgermeister Herbert Kirsch: „Ab sofort bestimmen Sie ihren Weg selbst“, betonte Kirsch mit Blick auf die Abiturienten. Wie wichtig es sei, dass sich die Jugend stärker zu Wort melde um die eigene Zukunft zu gestalten, zeige ganz aktuell der Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der EU: „Die jungen Menschen dort waren für Europa, viele ältere leider dagegen.“

Einen Satz des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe gab Schulleiter Alfred Lippl dem Abiturjahrgang 2016 mit auf den Weg: „Was immer Du tun kannst oder erträumst tun zu können, beginne es jetzt“. Von 72 glücklichen Abiturienten haben zwei die Traumnote 1,0 erreicht, insgesamt haben 14 die Eins vor dem Komma. Doch nicht allein die Note sei das was zählt, so Lippl, mindestens ebenso wichtig seien Träume und Ziele, die eine „Freiheit in der Bindung“ erst ermöglichen: „In diesem Moment der Entscheidung löst sich das Diffuse auf und man kann alle Energie für den gewählten Weg nutzen“. Dabei sei es wichtig unterwegs ehrlich, neugierig und mutig zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen, ein offenes Ohr für die Mitmenschen und Vertrauen ins Leben zu haben.

Der wundervolle Sound der ASG Big Band, in der, unter der Leitung von Musiklehrer Hans Gruber, auch vier Abiturienten mitspielten, gab die Stimmung vor für das, was ab sofort auf dem Stundenplan steht: „Chica de Espana“ (Jerry Nowak), „Birdland“ (Joe Zawinul) und vor allem „Summertime“ (George Gershwin).

Ursula Nagl

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