Renke im Mittelpunkt

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Bernhard Ernst verabschiedete Eleonore Dambach als Fürsprecherin der Erwerbsfischer am Ammersee im Bezirkstag Oberbayern.

Dießen – „Frischer Fisch aus dem Ammersee ist eines der gesündesten, schmackhaftesten und besten Lebensmittel aus der Region“, betonte Dr. Bernhard Ernst, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Ammersee. Nach guter Tradition waren die Ammerseefischer am Fischerjahrtag zusammengekommen.

„Wir bedienen genau das, was von Verbrauchern und Politik gewünscht wird, und wir stehen seit Jahrhunderten für nachhaltiges Wirtschaften“, betonte der Fischer und promovierte Biologe. Zwei Jahre lang, so Ernst, hätten die Ammersee-Fischer auf den Zander verzichtet, nun wachse ein „schöner Zanderbestand heran“. Im Gegenzug seien Fachbehörden und Politiker aufgerufen, sich um die Fischer zu kümmern, anstatt ihnen bürokratische Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Um die jahrhundertealte Kultur der Seenfischerei aufrecht zu erhalten, kämpfe die Fischereigenossenschaft schon seit Jahren um die Verlängerung des seit 1849 bestehenden Pachtvertrags zur Nutzung des Ammersees, so Ernst. Diesbezüglich gab der Fachvortrag von Eleonore Dambeck, Fischereireferentin im Bezirkstag Oberbayern, Anlass zur Hoffnung: Nach zähen Verhandlungen mit den Ministerien liege seit Mitte Mai ein Vertragsentwurf vor, der den Interessen der Ammersee-Fischer „weitgehend gerecht“ werde und die Berufsfischerei am Ammersee ohne räumliche und zeitliche Beschränkung zulasse.

Schließlich, so Dambeck, seien die Fischerfamilien seit Jahrhunderten der Garant für einen gesunden Fischbestand. In Kürze soll der Vertragsentwurf mit der Staatlichen Schlösser- und Seenverwaltung besprochen werden, teilte Ernst mit. In einer Vollversammlung im Herbst, so hofft er, könne dieses Kapitel abgehakt werden.

Einen Streif am Horizont sieht Ernst auch in der Entwicklung der Renkenpopulation: Der See sei durch das Hochwasser „ komplett durchgewirbelt“ und mit Nährstoffen angereichert worden. Das sei für die Renken „wie ein zweiter Frühling“ gewesen. Auch das bisher eher kühle Seewasser tue den Renken, einer am Ammersee wirtschaftlich sehr bedeutsamen Fischart, gut.

Konkurrenten der Fischer bleiben allerdings Kormoran und Gänsesäger. Sie vertilgen pro Jahr mindesten 38 Tonnen Fisch, während den Ammerseefischern in derselben Zeit lediglich 18 Tonnen ins Netz gehen. Ihm sei es ein Anliegen, so Ernst, den Ammerseefisch als regionales Lebensmittel zu schützen, anstatt tonnenweise tiefgekühlten Fisch aus fernen Ländern zu importieren.

Auch der Wels, ergänzte Dr. Bernhard Gum von der Fachberatung für Fischerei, gehöre als Fressfeind der Renken intensiver befischt und vermarktet. Positiv bewertete Ernst das Gewässerentwicklungskonzept: „Die Leute wachen auf und die Fischerei gewinnt zunehmend an Beachtung.“

Ursula Nagl

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