Lehrpfad ist eröffnet

Libellen stechen nicht

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Bei der Ammerseepfad-Einweihung: Projektleiter Markus Blacek, Manfred Schreiner (Gemeindeverwaltung Schondorf) und Ramsar-Gebietsbetreuer Christian Niederbichler (v. links).

Schondorf – Ob Touristen, Kinder oder auch Einheimische - die Fragen ähneln sich: „Stechen Libellen?“, „Was ist das für ein Wasservogel?“, „Wie ist der Ammersee entstanden?“ oder „Warum heißt diese schöne Pflanze Waldläusekraut?“ Antworten auf diese und unzählige andere Fragen gibt jetzt der „Ammerseepfad“, ein einmaliges Projekt in Kombination mit 20 Informationstafeln, interaktiven Objekten und einer umfangreichen Homepage. Eine Verbeugung vor der Ammersee­region, die sich im Spannungsfeld eines international bedeutsamen Naturraumes mit hoher Biodiversität und eines attraktiven Siedlungs- und Erholungsraumes bewegt.

Um diesen einzigartigen Naturraum in seiner Qualität für Mensch und Natur zu erhalten, seien Maßnahmen zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung bei Einheimischen und Gästen erforderlich, so Markus Blacek, Projektleiter des Ammerseepfades. Für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat er seit 2014 dieses einmalige Projekt verwirklicht. Institutionen wie die Schutzgemeinschaft Ammersee, die Untere Naturschutzbehörde, der Landesbund für Vogelschutz, der Landesfischereiverband sowie die Gemeinden Schondorf, Utting, der Verschönerungsverein Riederau oder das Landrats­amt Landsberg haben für das Ammersee-Westufer aktiv mitgewirkt.

Die Schautafeln und Objekte stehen im Erholungsgebiet Eching, am Spielschiff in Schondorf, an den Selzamwiesen in Utting, am Radweg durch das Naturschutzgebiet Seeholz und am Dampfersteg Riederau. Auch in den Landkreisen Weilheim, Starnberg oder Fürstenfeldbruck wurden Tafeln installiert. Sie zeigen in Fotos, Grafiken sowie Textbausteinen einzelne Tier- und Pflanzenarten und erklären anhand dieser ökologische Zusammenhänge, die Bedeutung einer artenreichen Natur- und Kulturlandschaft und die Rolle des Menschen bei Erhalt und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Häufig sind Vögel wie Haubentaucher, Braunkehlchen oder Mittelspecht die Hauptfiguren, aber auch Seeforelle, Renke, Schwarzpappel oder Wohlriechender Lauch. Selbst Steine haben etwas zu erzählen und einige Tafeln haben ihren Schwerpunkt auf größere Zusammenhänge wie die eiszeitliche Landschaftsformung oder die internationale Vernetzung des Ammersees mit anderen Feuchtgebieten.

Die Stationen des Ammerseepfades

Die zum Teil interaktiven Objekte wurden fast ausschließlich von Schülerinnen der Mädchenrealschule Dießen entwickelt und teilweise auch umgesetzt. Beim Spielschiff in Schondorf und in den Raistinger Wiesen kann sich der Betrachter an Objekten mit drehbaren Würfeln bzw. Täfelchen Lebensläufe von Eintagsfliegen und Libellen oder Beziehungen zwischen Tier- und Pflanzenarten in einer Streuwiese erarbeiten. Dazu gehört auch der Besuch der Homepage www.ammerseepfad.de, die alle Tafeln und Objekte zeigt, außerdem die einzelnen Standorte. Lageplan und Flyer zum Downloaden fehlen ebenso wenig wie kleine Filme, die Schulklassen aus der Region gedreht haben.

Projektleiter Blacek, Diplom-Forstwirt aus Pähl, betonte bei der symbolischen Einweihung des Ammerseepfades am Spielschiff in Schondorf, dass ohne die Förderung des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz das Projekt nicht zustande gekommen wäre. 70 Prozent der Gesamtkosten würden aus Mitteln des Umweltfonds finanziert. Christian Niederbichler, Gebietsbetreuer für das Ramsar-Gebiet Ammersee, ergänzte: „Das mit dem Projekt verfolgte Ziel, nach Abschluss regionale Akteure zur Umsetzung weiterer Tafeln zu animieren, wurde bereits während unserer zweijährigen Arbeit erreicht. Acht der 20 Tafeln sind außerhalb der Projektförderung entstanden und finanziert worden.“

Die ersten Betrachter des Ammerseepfades zeigten sich begeistert. Über Natur, Ökologie und Landschaftsentstehung werde in tollen Bildern und in verständlicher Sprache informiert. Außerdem würde man sensibilisiert für die Schutzwürdigkeit der Natur und zu einem schonenden Freizeitverhalten am See angeregt.

Dieter Roettig

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