Satter Nachschlag

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Das ist der Anbau am Feuerwehrhaus. In der Garage hinter den drei raumhohen Fenstern steht der Oldtimer, links ist noch Platz für das Geschirrmobil.

Fuchstal – Satter Nachschlag: 60.000 Euro kostet der Anbau beim Feuerwehrhaus in Leeder; das sind 20.000 Euro mehr als anfangs in einer ersten Schätzung genannt. Die Fuchstaler Gemeinderäte billigten mit elf zu drei Stimmen die zusätzlichen Ausgaben. Freilich entzündete sich daran eine längere Diskussion.

Innerhalb der Wehr sei „von Anfang an schleierhaft“ gewesen, warum da vor Beginn der Maßnahme mit 40.000 Euro kalkuliert worden sei. Dies sagt Florian Hagenbusch, Vorstand bei der Feuerwehr Leeder, auf Nachfrage des KREISBOTEN. Schon vor Baubeginn habe man die Auffassung vertreten, dass ein Betrag von 40.000 Euro nicht reichen würde.

Der Anbau auf der Nordseite des großen Gebäudekomplexes mit Feuerwehrgerätehaus und gemeindlichem Bauhof ist heuer fertiggestellt worden. 23 Aktive aus der Wehr haben – angeführt von Markus Waldhör – tausend freiwillige Arbeitsstunden aufgebracht, wie Florian Hagenbusch berichtet.

In dem Anbau ist der wieder fahrbare Oldtimer Magirus Deutz untergebracht, der 1957 als eines der ersten Löschfahrzeuge im damaligen Landkreis Kaufbeuren für die Wehr in Leeder angeschafft wurde. Dieses Tanklöschfahrzeug wurde 1987 außer Dienst gestellt und danach verkauft. Hubert Guggenmos hat es gefunden, als es vom Besitzer in Regensburg im Internet zum Verkauf angeboten wurde. Mit dem Anliegen, den Oldtimer zu beschaffen und herzurichten, aber auch unter eigener Mithilfe an der Schulstraße einen Anbau zu erstellen, wandte sich die Wehr an die Gemeinde.

Auf der Ostseite der Garage für den Oldtimer befindet sich zusätzlich ein Raum für das Geschirrmobil. Außerdem ist eine Decke eingezogen worden. Der Platz im ersten Stock wird als Lagerfläche für den gemeindlichen Bauhof genutzt.

Zweiter Bürgermeister Martin Brennauer, der für den verhinderten Rathauschef Erwin Karg die Sitzung leitete, führte in das Thema mit dem Hinweis ein, dass es keine feste Ausschreibung gegeben habe und die Gemeinde gleichsam die Bauleitung innehätte. Zu Rate gezogen wurde Architekt Johannes Wolffhardt, der dem Gemeinderat angehört. Von ihm war anfangs eine Summe von 40.000 Euro genannt worden.

Wolffhardt sprach im Gemeinderat nun „vom Fluch der ersten Zahl“. Wenn er aber bei dem Anbau an das Feuerwehrhaus aus den gesamten Kosten von 60.000 Euro den Preis pro Kubikmeter umbautem Raum ermittle (180 Euro), so sei dies im Vergleich zu anderen Vorhaben nach wie vor ein günstiger Wert.

Vize-Bürgermeister Brennauer schilderte im Detail, dass die Gründung des Rohbaus nicht von den Helfern der Wehr ausgeführt wurde, sondern an eine Baufirma vergeben wurde. Hintergrund sei gewesen, dass auch eine Wasserleitung im Weg gewesen sei und diese verlegt werden musste.

Außerdem ist, wie Brennauer ergänzte, die Größe der Fenster verändert worden. Dies schlägt mit 3.600 Euro zu Buche. Jetzt befinden sich auf der Nordseite großformatige Fenster, die den Oldtimer zur Geltung kommen lassen. Vorstand Florian Hagenbusch erklärt dazu, dass dies nicht der Wunsch der Feuerwehr gewesen sei, sondern im Gemeinderat so beschlossen worden sei. Ursprünglich sei nur ein kleines „Guckfenster“ vorgesehen gewesen.

Ein weiterer Faktor für die Kostensteigerung ist das Asphaltieren des Vorplatzes. Dafür wurden 3.000 Euro bezahlt. Gemeinderat Josef Weber betonte bei der Sitzung des Gremiums, darüber seien die Räte von Bürgermeister Karg rechtzeitig informiert worden. Im Übrigen wolle er schon zu bedenken geben, dass die Wehr das ganze Jahr Tag und Nacht bereit sei, im Ernstfall auszurücken.

Anton Weinholzner kritisierte, dass in der langen Auflistung z.B. fünfmal nur das lapidare Wort „Abholung“ vermerkt sei und so ein Betrag von 1.700 Euro zusammenkäme. Er fragte boshaft, ob damit Biertragerl gemeint seien. Zweiter Bürgermeister antwortete, es seien Baumaterialien gewesen.

Dr. Walter Reitler sagte zu der Steigerung. „Da muss jemand von der Verwaltung draufschauen“. Eine rechtzeitige Information an den Gemeinderat sei angezeigt. Und Reitler fügte den Satz hinzu: „Mir geht’s darum, wie wir Bauvorhaben controllen.“

Johannes Jais

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