Im "Fluss der Zeit"

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Ortsbesichtigung: Der Kauferinger Marktgemeinderat diskutierte über Gestaltungsmöglichkeiten für ein anonymes Gräberfeld auf dem Westfriedhof.

Kaufering – Ein ausgetrockneter Flusslauf mit Findlingen, Ruhezonen mit Sitzbänken und ein Landschaftsrasen mit vielen Blumen. So kann sich Kauferings Bürgermeister Erich Püttner den Bereich eines anonymen Urnengrabfeldes auf dem Kauferinger West-Friedhof vorstellen. „Fluss der Zeit“ lautet der Arbeitstitel für diesen Vorschlag. Er soll ein Synonym für die Vergänglichkeit des Lebens darstellen. Die Verwaltung hatte den Marktgemeinderat zu einer Ortsbesichtigung auf den Friedhof eingeladen. Eine Entscheidung fiel aber in der späteren Sitzung noch nicht.

Für Erich Püttner stellt das Angebot eines anonymen Grabfeldes eine Ergänzung dar. Wer ein normales Erdgrab haben wolle, könne dieses selbstverständlich weiterhin haben. Auch die nichtanonyme Urnenwand sei weiterhin im Angebot, auch wenn man derzeit keine Erweiterung plane. Bei Bedarf sei eine Erweiterung jederzeit möglich. Kauferings Rathauschef sagte, die Friedhofskultur sei einem Wandel unterworfen. Der Wunsch nach anonymen Gräbern sei ein Ausdruck dieser Entwicklung. 

Das hinge auch damit zusammen, dass oft keine Angehörigen mehr am Ort leben würden. Das konnte auch die 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel bestätigen. Andernorts seien anonyme Gräber sehr schnell vergeben. Eine weitere Gestaltungsvariante neben dem „Fluss der Zeit“ stellte das von Ratsmitglied Andreas Keller eingebrachte „Woodhenge“ dar. Dieses „Ruinenfeld“ erinnert an das englische Stonehenge, nur dass die Anlage nicht mit Steinen sondern mit roh gesägten Eichenholzblöcken gestaltet wäre. 

Das neue Urnenfeld soll im Süd-Ost-Sektor der noch nicht fertiggestellten Kreisanlage gebaut werden. Der von Andreas Keller vorgelegte Entwurf mit den Eichenholzblöcken wird der Anlage eine „Monumentalität“ verleihen, die der Würde einer Friedhofsanlage entspricht. Keller betonte, Eiche sei als Baumaterial hervorragend geeignet, da es die Vergänglichkeit und den Wandel des Menschen zum Ausdruck bringe. Keller verwies auf den überschaubaren Kostenrahmen, der nach ersten Schätzungen bei 60000 Euro liege. 

Auch Unterhalt und Pflege der Anlage sei kostengünstig, da nur Rasen- und Wegeflächen gepflegt werden müssten, aufwendiges Jäten und Bepflanzen von Beeten würde entfallen. Zudem sei die Anlage leicht rückbaubar. Ganz anonym soll und muss das neue Urnengräberfeld nicht sein. So können die Namen oder Gedenktafeln an den Eichenholzblöcken oder an einer Mauer angebracht werden. Auch die „dunkle“ Aussegnungshalle aus dem Jahr 1978 stand im Fokus der Ortsbesichtigung. Dazu gab es verschiedene Verbesserungs- und Gestaltungsvorschläge, die aber allesamt noch diskutiert werden müssten.

Siegfried Spörer

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