Staatspreis für Schwallerhof-Sanierung

Ein Schmuckstück im Ortszentrum

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Im Ausstellungsraum: Sven (links) und Uschi Clormann zeigen eines der Fenster, die der Möbelschreiner aufwändig nachgebaut hat. Sohn Moritz schaut mit Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple durchs Fenster.

Apfeldorf – Für die „herausragende Sanierung und Revitalisierung von denkmalgeschützten und ortsbildprägenden Gebäuden“ erhält der Apfeldorfer Sven Clormann einen Staatspreis. Mit dieser hohen Auszeichnung wird Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Sanierung des Schwallerhofs würdigen.

Das aufwendig renovierte und markante Gebäude, das einst in der ganzen Umgebung als Traditionsgasthof bekannt war, springt einem sofort ins Auge, wenn man aus Richtung Schongau nach Apfeldorf kommt. Dank Sven Clormann ist das Anwesen des Gasthauses jetzt wieder zu einem Schmuckstück im Ort geworden. Der Apfeldorfer gehört zu den insgesamt 13 Bauherren (darunter sowohl Kommunen als auch Privatleute) aus ganz Bayern, die mit dem Staatspreis ausgezeichnet werden. 

Clormann hatte im Jahr 2007 den alten Schwallerhof, welcher damals in denkbar schlechtem Zustand gewesen war, erworben – und in aufwändiger Handwerksarbeit das ehemalige Gasthaus renoviert. Auf den Schwallerhof waren die Clormanns durch eine unscheinbare Zeitungsanzeige aufmerksam geworden. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnern sich die Eheleute noch genau. 

Vier Jahre lang haben Clormann und seine Frau Uschi ihre ganze Energie in den Umbau gesteckt. Im Erdgeschoss sind heute zwei separate Wohnungen eingebaut, in denen die Mutter und die Großmutter Clormanns leben. Im ersten Stock wohnen Sven und Uschi Clormann mit Sohn Moritz. Zudem befindet sich dort noch ein großzügiger Ausstellungsraum für die Möbel. Die „Apfeldorfer Möbelwerkstätten“, Clormanns Schreinerei für Innenausbau, haben im ebenfalls renovierten Anbau Platz gefunden. 

Auch Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple ist sehr glücklich darüber, dass das „Herzstück“ von Apfeldorf mit Kirche, Pfarrhof und Kriegerdenkmal durch die Renovierung des angrenzenden Schwallerhofs nun deutlich aufgewertet wurde: „Das ist ein echtes Herzeigeobjekt – ich finde das ganz toll, was hier entstanden ist“, ist Epple voll des Lobes. 

Besonders schätzt er die unzähligen Stunden an Handwerksarbeit, welche die Clormanns in das Haus gesteckt haben. Allein die 54 Fenster, die Clormann alle original nachgebaut hat, verlangten dem Möbelschreiner und Designer unzählige Arbeitsstunden ab. Denn die Fenster hatten alle unterschiedliche Maße: „Kein Fenster war wie das andere“, berichtet er. 

er 39-Jährige hat bei der Renovierung auch sehr viel wieder zurückgebaut und in den originalen Zustand versetzt: So hat er beispielsweise alte Holzböden wieder freigelegt – unter anderem auch den Boden im Tanzsaal, in dem die Clormanns seit Kurzem Tanzkurse veranstalten.

Die Staatspreise werden von Minister Brunner am 25. Oktober in der Münchner Residenz feierlich überreicht werden. Die ausgezeichneten Projekte sind laut Brunner „beispielgebend für den Erhalt der Baukultur und von entscheidender Bedeutung für die Innenentwicklung der Dörfer“. Die Sieger wurden aus fast 4000 Projekten ausgewählt, die in den letzten zwei Jahren im Zuge der Dorferneuerung umgesetzt und staatlich gefördert worden waren.

mas

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