Fragen zum Kiosk am See

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Während Gemeinde und Bürgerinitiative über den Kiosk der Zukunft beraten, erfreut sich das Provisorium „Westseite“ großer Beliebtheit.

Dießen – Die Eigentumsverhältnisse in den Dießener Seeanlagen sind komplex. Nicht allein der Marktgemeinde, auch dem Freistaat Bayern und der Bahn gehören Grund und Boden. Nach dem Bürgerentscheid im März ist jetzt ein Architektenwettbewerb zur Neuplanung für den Kiosk am See vorgesehen – ein kleines Gebäude, dessen Situierung und Gestaltung ist vielen Bürgern wichtig. Um verbindlich auszuloten welche Möglichkeiten es gibt, sollen die Fachbehörden nun Fragen der Bürger beantworten.

Wichtig ist: Denkmal- und Naturschutz müssen die neue Planung befürworten. Inwieweit sich diese vom bisherigen Kioskstandort entfernen darf und ob es Spielraum hinsichtlich der Größe oder der Außenbestuhlung gibt, das sind Fragen die den Bürgern unter den Nägeln brennen. Limitierend für jegliche Planung ist der denkmalgeschützte ADK-Pavillon, dessen architektonische Wirkung nicht beeinträchtigt werden darf. Außerdem lässt das begrenzte Baufenster im Bebauungsplan lediglich Raum für einen Kiosk, der nur minimal größer sein darf als der im Oktober 2014 abgebrannte. Für die angrenzenden Grundstücke besteht ein Hochbauverbot, das aber möglicherweise gegen Bezahlung abgelöst werden könnte.

Kriechender Sellerie

Um verbindliche Eckdaten für einen Architektenwettbewerb zu bekommen, haben ins­­besondere die Grünen und die Bürgerinitiative Fragen vorgelegt, die Bürgermeister Herbert Kirsch in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Die Grünen möchten wissen, wem genau welche Grundstücke gehören und wie hoch die aktuelle Ablösesumme für das Hochbauverbot wäre. Außerdem sollen die Fachbehörden klären, ob es mit Blick auf den unter Naturschutz stehenden „Kriechenden Sellerie“ oder auf Altlasten Beschränkungen gibt. Wie Petra Sander (Grüne) in der Gemeinderatssitzung deutlich machte, geht ihre Fraktion davon aus, das der neue Kiosk inklusive Toilette und Müllraum eine Grundfläche von 70 Quadratmetern nicht überschreiten darf.

Die Bürgerinitiative um ihren Sprecher Mathias Krapf fragte unter anderem an, ob eine Verschiebung des Gebäudes nach Süden denkbar wäre. Weiter möchte er wissen, ob ein Kiosk, an selber Stelle und in der gleichen Größe wie der alte, nach Westen zu den Bahngleisen hin erweitert werden könnte und welche Optionen sich durch einen Abbruch der gleisbegleitenden Fußgängerbrücke über den Mühlbach ergeben würden. Auch UBV-Gemeinderat Michael Behrendt hatte ein Anliegen: Er wünscht sich eine Antwort auf die Frage „Was ist baurechtlich ein Kiosk?“. Die Antworten der Fachbehörden sollen in der Gemeinderatssitzung öffentlich behandelt werden.

Ursula Nagl

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