"Im Atelier"

„Das Haus im Blumengarten“ ist nur eines der Gemälde, die im Haus Gasteiger zu sehen sind. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

Seit Anfang April hat das Künstlerhaus Gasteiger in Holzhausen am Ammersee wieder geöffnet. Zum Start in die neue Saison zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung die Sonderausstellung „Im Atelier. Das Künstlerehepaar Anna Sophie und Mathias Gasteiger“.

Ausgestellt sind bislang unbekannte Gmälde, die Figurengruppe „Die Liebe“ und historische Fotografien aus dem Nachlass des Künstlerpaares. Erinnert wird an die Ausstellungen, die beide Künstler gemeinsam im eigenen Atelier veranstaltet haben und wie sie in den Aufnahmen überliefert sind. Im Blickpunkt der Ausstellung steht auch die wirtschaftliche Situation der Künstlerin, die nach dem Tod ihres Ehemannes (1934) für das Einkommen ihrer Familie sorgen musste. Auch im Garten des Künstlerhauses hat sich zum Saisonbeginn einiges getan: Der restaurierte Brunnen im Garten plätschert wieder. Die Wandbrunnenstele aus Kalksandstein in Form einer stilisierten Figur stand ursprünglich im Atelier- und Ausstellungsraum des Hauses von Mathias Gasteiger an der Waisenhausstraße in München. Die Schlösserverwaltung rekonstruierte von 2007 bis 2009 das Brunnenbecken aus Carrara-Marmor und ergänzte den Brunnen um einen Sandsteinsockel. Auch das originale steinerne Blumenbouquet als Bekrönung konnte wieder eingefügt werden. Mit einer Rückwand und Verdachung aus Stahl wurde die Wandbrunnenstele im Eingangsbereich des Gartens aufgestellt. Bislang jedoch konnte der Brunnen aus Kostengründen nicht in Betrieb genommen werden. Andere vordringliche Arbeiten am Haus waren zunächst zu erledigen. Nun ist es aber gelungen, den Wasserspeier mit einem neu installierten Wasserkreislauf zu kombinieren: Eine kleine Umwälzpumpe in einem Schacht pumpt das Wasser zum Wasserspeier. Die Leitungen verlaufen unauffällig durch den Sockelstein hindurch. „Der nun wieder vollständige und funktionsfähige Brunnen setzt einen freundlichen, einladenden Akzent im Eingangsbereich zum Garten des Gasteiger-Anwesens“, so Christoph Straßer von der Schlösserverwaltung. „Er stimmt die Besucher optimal auf den Besuch des historischen Künstleranwesens ein.“ Die neue Sonderausstellung „Im Atelier“ widmet sich auch der wirtschaftlichen Situation der Anna Sophie Gasteiger nach dem Tod ihres Mannes. So werden die künstlerischen Arbeiten um Dokumente ergänzt, die die wirtschaftliche Lage der Familie vor Augen führen. In einem Haushaltsbuch hat Anna Sophie Gasteiger ihre Einnahmen und Ausgaben von 1936 bis 1943 täglich notiert. Die Einnahmen aus Gemäldeverkäufen sind ebenso vermerkt wie die Ausgaben für den Haushalt und für den täglichen Bedarf. In einem weiteren Buch hat sie ihre Ausstellungsbeteilungen von 1927 bis 1932 und die Verkaufspreise ihrer Gemälde vermerkt. Daraus geht hervor: Nicht jede Ausstellungsbeteiligung wurde mit Gemäldeverkäufen belohnt. Oft blieb die Künstlerin auf Transport- und Versicherungskosten sitzen. An der neuen Sonderausstellung haben viele Mitarbeiter der Schlösserverwaltung mitgewirkt: Die Restauratorinnen Bettina Schwabe, Theresa Wais und Sabine Palffy haben die Gemälde und deren Rahmen gründlich gereinigt und restauriert. Zwei Rahmen wurde eigens neu angefertigt. Kerstin von Zabuesnig hat die Dokumente und Fotografien gerahmt und Ingrid Thom die Restaurierung der Figurengruppe „Die Liebe“ betreut. Dr. Thorsten Marr, Museumsreferent des Künstlerhauses, freut sich, dass diese Arbeiten für die Ausstellung und das Künstlerhaus Gasteiger pünktlich zum Saisonbeginn realisiert werden konnten. Das Künstlerhaus ist bis Oktober jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

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