Aufdecken statt Zudecken

Der Karikaturist und Maler Hubert Pfeffer stellt in der Langen Kunstnacht erstmals in Landsberg aus. Foto: Eckstein

Seit vielen Jahren sind sie eine „feste Größe“ im redaktionellen Teil des KREISBOTEN, kritische, amüsante, oft bissige Kommentare zum lokalen Geschehen: die Cartoons von Hubert Pfeffer. Während der Langen Kunstnacht stellt der in Peiting lebende Künstler erstmals einen Querschnitt seiner Werke in Landsberg aus: „Augen Blick Mal“ bei Optik Liebl am Hauptplatz und im Schaufenster des KREISBOTEN am Rossmarkt.

Das Zeitgeschehen kritisch betrachten, sich mit der Gegenwart auseinandersetzen und sie zu hinterfragen. Hubert Pfeffer wählt die Karikatur, um provokativ zu sein, unter der Oberfläche zu graben, Fragen aufzuwerfen, ungeschminkt, oft un­­- bequem. Was er in manchmal wenigen Minuten auf ein Blatt Papier bringt, steckt voller Liebe zum Detail, hat mehr Inhalt als ein komplettes Essay. Sein plakativer Stil prägte den Ausdruck „Karikultur“. „Ich möchte keine Bewunderer, sondern Wunderer und Mitdenker“, betont der Künstler aus dem Pfaffenwinkel. „Ich weiß, dass ich die Welt mit meinen Zeichnungen nicht verändern kann, aber wenn die Leute nur ein paar Minuten nachdenken, ist schon viel erreicht“. Nachdenken… das ist etwas, das seiner Meinung nach eher zu selten stattfindet. Nachdenken über die Abhängigkeit des Menschen von der Technik, über die „Verhunzung der Sprache“, über die mangelnde Authentizität einer Gesellschaft, die blind allem nacheifert, das vermeintlich „cool“ ist (ein Wort, das Pfeffer wahrscheinlich nie benutzen würde). Doch neben seinen Cartoons, die in mehreren Zeitungen und auf Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen sind, hat Hubert Pfeffer noch eine andere, malerische Seite, die er auf Ausstellungen unter anderem im Stadtmuseum Schongau präsentierte. Dort findet auch am 18. November dieses Jahres die Vernissage seines Bilderzyklus „Ich wünsche mir mein Schaukelpferd zurück“ statt. In diesem Zyklus beschreibt er Facetten des täglichen Lebens, bringt seine Sichtweise auf Dinge zum Ausdruck, die mittlerweile selbstverständlich geworden sind. Eines der Exponate wird bereits in der Langen Kunstnacht zu sehen sein, quasi als „Vorabveröffentlichung“. Doch der Schwerpunkt der Ausstellung in den Räumen von „Optik Liebl“ liegt auf der Karikatur, rund 20 Zeichnungen laden zum Wundern und Mitdenken ein – auch zum Austausch mit dem Künstler, der während des Abends anwesend sein wird.

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