Aufgeben gibt es nicht

DJK-Topscorer Przemyslaw Migala behielt in der Verlängerung die Nerven und erzielte wichtige Punkte. Foto: Krivec

Nach dem „Superspiel“ in Rosenheim war man gespannt auf den nächsten Auftritt der DJK Landsberg vor eigenem Publikum. Zumindest, was die Spannung anging, kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten. Erst nach Verlängerung gingen die Gastgeber als Sieger aus einer hochdramatischen Partie hervor.

Das Spiel begann verheißungsvoll, keine fünf Sekunden waren vergangen, als Lorenz Hüper den Eröffnungssprungball direkt aufnahm und im gegnerischen Korb unterbrachte. Dank einem gut aufgelegten Marco Geidosch und den quirligen Baskets aus Erding entwickelte sich ein munteres Spiel. Auch eine gute Starting Five der Gastgeber konnte sich nicht absetzen. Mit Przemyslaw Migala, Geidosch, Michael Teichner und Xaver Egger haben die Landsberger Spieler aufzubieten, die den Vergleich mit den besten der Liga nicht zu scheuen brauchen. Dazu kommen drei bis vier Spieler von der Bank, die sehr gut mit diesen harmonieren. Was allerdings Coach Roman Gese geritten hat, nach sieben Minuten drei Youngsters aufs Spielfeld zu bringen, war nicht nachvollziehbar. Teichner und Geidosch wurden durch die Zone der Gäste völlig isoliert, die drei verunsicherten Anspieler produzierten nur Fehlpässe. Da war auch ein kurzzeitig eingewechselter Christoph Peters überfordert. Nach dem ersten Viertel lag Erding so knapp mit 15:16 vorne. Roman Gese hat unbestritten große Verdienste als Trainer, die Mannschaft steht im vorderen Tabellendrittel, mit seiner Wechselstrategie aber wird er oft zum größten Gegner des Landsberger Erfolges. Statt die Aufstellung zum Stärkeren zu ändern – vor allem Migala wurde lange schmerzlich vermisst – behielt er sie bei, Erding führte zur Halbzeit 30:36. Auch nach dem Wechsel wurden die Gastgeber eiskalt ausgekontert, sie wirkten insbesondere im Wurf verunsichert. Wieder einmal zeigte es sich, dass Xaver Egger als Spielmacher nicht zu ersetzen ist. Obwohl mittlerweile die stärkste Landsberger Aufstellung auf dem Spielfeld agierte – und das nun fast unverändert bis zum Ende des Spiels –, konnte man den Vorsprung der Gäste kaum verringern. 44:54 lag man anfangs des letzten Viertels zurück. Das Spiel schien knappe vier Minuten vor dem Ende verloren, denn trotz verbissener Aufholjagd kam man nur auf 53:61 heran. Dass im Basketball trotzdem alles möglich ist, macht diesen Sport so faszinierend. Allerdings bedarf es auch eines Kampfgeistes, wie ihn die DJK an den Tag legte. Wieder war es der sicher werfende Geidosch, der Hoffnung aufkeimen ließ, Xaver Egger verwandelte zwei Freiwürfe: 62:65 – noch zweieinhalb Minuten. Durch einen Steal konnte Egger auf 64:65 verkürzen, ein Distanzwurf Migalas brachte die Führung. Es knisterte vor Spannung in der Halle und nun stand auch das Publikum hinter den Landsbergern. Ballverlust Migala, Offensivfoul Erding, zwei Freiwürfe Erding – kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Das 66:66 nach Ablauf der Spielzeit brachte eine fünfminütige Verlängerung. Sichere Freiwürfe Wieder schenkten sich beide Mannschaften nichts. Teichners erfolgreich verwerteter Offensivrebound wurde postwendend ausgeglichen. Migala punktete aus der Distanz, Erding verwandelte zwei Freiwürfe. Freiwürfe brachten schließlich die Entscheidung. Xaver Egger brachte deren vier im Gästekorb unter und sicherte mit einem weiteren Steal den 81:72-Sieg. Eine faszinierende Schlussphase bescherte den Zuschauern so einen wahren Basketballkrimi.

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