Aufschlussreiche Tests

Ausgehebelt: Crispin Heringer (HCL) und seine Teamkameraden schlugen sich gegen Geretsried wacker. Foto: Krivec

Die Riverkings stiegen hart in die Saison ein: Nach nur zehn Tagen Eistraining lud man sich als Aufsteiger mit Kempten (in der Vorsaison 4.) und Geretsried (3.) gleich zwei Top-Landesliga-Konkurrenten als erste Testspielgegner ein. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Von Kempten trennte man sich am Freitag 0:0, gegen Geretsried gab es am Sonntag ein 3:4 (2:0, 0:2, 1:2).

Im Auftaktspiel regierte auf beiden Seiten deutlich die Disziplin. Sowohl die Gäste aus dem Allgäu als auch die Gastgeber ließen wenig Chancen zu, gegen Ende der Partie ging auf beiden Seiten erklärlicherweise die Luft ein wenig aus. Überraschend hoch war allerdings der Zuschauerzuspruch an beiden Spieltagen: Mit knapp 500 zahlenden Zuschauern aus den ersten beiden Spielen (darunter zahlreiche Fans des in Insolvenz gegangenen EV Landsberg) liegt man schon zum Saisonstart selbst ohne bisher fehlende Plakatwerbung deutlich über dem (wie im Vorjahr) im Etat angepeilten Schnitt von 70 Fans. Die 210 zahlenden Zuschauer am Sonntag sahen ein Spiel, das wesentlich mehr von Fehlern geprägt war, als die sehr taktisch geprägte Partie gegen Kempten – damit gab es aber auch deutlich mehr Chancen auf beiden Seiten. Im Auftaktdrittel gaben die Riverkings noch deutlich den Ton an. Bastian Simmler war es vorbehalten, nach zehn Minuten den ersten Saisontreffer für den HCL zu erzielen: Mit einer schönen Einzelleistung tauchte er am kurzen Pfosten vor Kevin Olivo im Geretsrieder Tor auf und schob zum 1:0 ein. Juniorenspieler Maximilian Raß verlud Olivo dann in der 22. Minute sehenswert zum 2:0. Dass die Trauben in dieser Saison deutlich höher hängen werden, war in beiden Spielen klar erkennbar: Nach dem 2:0 war Michael Falkenberger im Landsberger Tor zu oft auf sich allein gestellt – und seine Vorderleute nahmen sich deutlich zu viele Strafzeiten. Sowohl das 2:1 (25.) als auch das 2:2 (37.) fielen durch Martin Köhler, als Falkenbergers Vorderleute durch unnötige Fouls in Unterzahl geraten waren. Das schönste Tor des Abends ging auf das Konto von Christian Bitzer: Obwohl sein Juniorenblock schon über zweieinhalb Minuten auf dem Eis war, schloss der Nachwuchsspieler einen Konter souverän zur 3:2-Führung für Landsberg ab, als er Olivo mit seinem verdeckten Schuss auf dem falschen Fuß erwischte. Danach war es mit der Herrlichkeit aber vorbei. Beim Ausgleich zum 3:3 (48.) durch Hölzl brachten die Riverkings die Scheibe zuvor nicht aus dem Drittel, beim 4:3-Siegtreffer für Geretsried sah dann Falkenberger nicht gut aus, der die Riverkings über weite Strecken der Partie im Spiel gehalten hatte. Dennoch blieben vor allem positive Erkenntnisse für das Landsberger Eishockey: In den beiden ersten Testspielen wurden insgesamt fünf Juniorenspieler aus dem eigenen Nachwuchs durchgängig eingesetzt. „Das kann sich doch sehen lassen“, meinte Co-Trainer und Vorstandsmitglied Christoph Hicks. „Wir stehen als Verein vor einer Situation, die wir so nie erwartet hätten. Ich finde, wir haben das ganz gut gemeistert, ich hoffe, die Fans sehen das genauso. Wir konnten zum ersten Mal überhaupt mit vier Reihen antreten und das Beste ist, dass die Trainingsbeteiligung genauso hoch ist.“ Was das wert ist, wird sich voraussichtlich am Freitag, 30. September, zeigen. Dann gastiert die EA Schongau um 20 Uhr zum Testspiel in Landsberg. Der Nachbar spielt allerdings eine Klasse höher in der Bayernliga, in der vergangenen Saison trat man noch gegen die zweite Mannschaft aus Schongau in der Bezirksliga an.

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