Aufsehen um Bäume

Auf dem Grundstück an der Frontorstraße kann mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden. Aber die geschädigten Eichen müssen nun wirksam geschützt werden. Foto: Nagl

Nach intensiver und kontroverser Diskussion hat sich der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für eine Ausnahme von der seit Dezember bestehenden Veränderungssperre für ein 3300 Quadratmeter großes Baugrundstück nördlich der Frontorstraße ausgesprochen. Der derzeitige Eigentümer, ein ortsansässiger Bauunternehmer, kann nun mit den Erschließungsarbeiten beginnen.

Der geplante Bau von fünf Einfamilienhäusern hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, weil eine Eichengruppe durch unsachgemäßen Rückschnitt beschädigt worden war. Seit 1978 sind die Bäume Bestandteil des Grünordnungsplanes. Aufgrund des Baumfrevels hatte der Bauausschuss am 12. Dezember einstimmig entschieden, den in diesem Gebiet gültigen Bebauungsplan „Dießen Ia – Dießen Nord“ überarbeiten zu lassen, um darin Schutzräume für die Bäume aufzunehmen. Gemäß Bebauungsplan sind nun nur noch vier Einfamilienhäuser zulässig. Eine Aufhebung der Veränderungssperre zugunsten von Erschließungsmaßnahmen, wie sie mittlerweile seitens der zuständigen Baufirma beantragt wurde, widerspräche allerdings den Planungszielen der Gemeinde nicht, betonte nun Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger). Selbstver-ständlich müsse im Rahmen der Erschließung darauf geachtet werden, dass der zu schützende Bereich um die Eichen nicht belastet werde. Bereits während der Erschließungsmaßnahmen muss ein Baumschutzzaun aufgestellt werden. Massive Kritik an diesem Vorgehen äußerte Michael Hofmann (Grüne). Er bemängelte, dass die Vereinbarung zum Schutz der Eichen dem Bau- und Umweltausschuss zur Sitzung nicht vorliege und er ließ durchblicken, dass die Gemeinde von besagtem Bauunternehmer in Sachen Baumschutz schon mehrfach enttäuscht worden sei. Kirsch erklärte, dass sich die Baumschutzvereinbarung derzeit zur Prüfung beim Notar befinde. In den nächsten Tagen, sagte er, soll der Grundbucheintrag zugunsten der Bäume notariell beurkundet werden. Außerdem gelte die Aufhebung der Veränderungssperre ausschließlich für die Erschließungsmaßnahmen. Mit weite-ren Baumaßnahmen könne vor der Unterzeichnung der Vereinbarung nicht begonnen werden. Bauanträge für die Wohngebäude können erst vorgelegt werden, sobald der in Überarbeitung befindliche Bebauungsplan rechtsgültig ist.

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