Weichen für die Zukunft stellen

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Wie beim Mühldorfer „Bildungsexpress“ soll bald auch ein Sonderzug auf der Strecke der Fuchstalbahn fahren, in dem sich Unternehmer und Azubis kennenlernen können.

Landkreis – Ein Zug voll mit Jugendlichen und Unternehmern, die sich wie bei einem „Speed-Dating“ kennenlernen können – das ist die Kern- idee beim „Zukunftsexpress LL-WM“ auf der Strecke der Fuchstalbahn. Dieses Format stellte Bildungsberater Gerhard Eder nun bei der Sitzung des IHK-Gremiums Landsberg-Weilheim-Schongau vor. Die 14 Gremiumsmitglieder schienen überzeugt von der Idee – denn alle stimmten zu, dieses Projekt auf den Weg bringen zu wollen.

Ziel sei es vor allem, für die ganz kleinen und mittelständischen Unternehmen ein neues Format zu bieten, so Leiter der IHK-Geschäftsstelle Weilheim Klaus Hofbauer. Diese „Informationsplattform im Zug“ ist nichts Neues: Gewissermaßen als Vorbild dient der Bildungsexpress in Mühldorf. Dieser startete im Herbst 2012 und war nun bereits zum dritten Mal unterwegs. In einem Sonderzug der Südostbayernbahn fuhren die rund 200 Schüler von Schwindegg über Mühldorf, Burghausen und Altötting nach Salzburg, wo es einen Aufenthalt gibt, und wieder zurück. In dieser Zeit konnten sie sich bei 28 Unternehmen über mögliche Berufsperspektiven in der Region informieren. 

So ähnlich stelle man sich das auch auf der Fuchstalbahn vor, meint Eder. Mit einem Sonderzug könnten die künftigen Auszubildenden gemeinsam mit den Unternehmern von Weilheim über Dießen, Geltendorf, Kaufering, Landsberg, Fuchstal, Schongau, Peißenberg und wieder zurück nach Weilheim fahren und sich in diesen rund zweieinhalb Stunden über ihre berufliche Zukunft bei den jeweiligen Betrieben informieren. Bei den genauen Modalitäten sei man dagegen noch völlig offen und flexibel, so der Bildungsberater. Beispielsweise könne man auch am Zielbahnhof in Weilheim Stehtische aufstellen, an denen sich die Teilnehmer nach der Fahrt austauschen können. 

Vor allem im Bezug auf das „Speed-Dating“ hatten jedoch einige Gremiumsmitglieder Bedenken. Dabei einen „Fragenkatalog“ abzuarbeiten, hielten manche für wenig sinnvoll: „Meistens haben doch die Schüler mehr Fragen an die Unternehmen als andersherum“, so der Einwand. Zudem sollten die Azubis die Möglichkeit haben, gezielt auf Unternehmen zuzugehen. 

Bei der Ausgestaltung sei man jedoch noch völlig offen, so Eder, und erhoffe sich Input. Auf die Frage nach den Kosten verwies der Bildungsberater darauf, dass schwerpunktmäßig mittelständische Unternehmen angesprochen werden sollen. Deshalb peile man Kosten für eine Beteiligung im Rahmen von 60 bis 100 Euro pro Unternehmen an. Das sei für keinen Betrieb, der einen Auszubildenden sucht, ein Problem, kam es aus dem Gremium. So beschlossen die Mitglieder einstimmig, das Pilotprojekt „Zukunftsexpress“ auf den Weg bringen zu wollen. Erstmals soll er dann, laut Gremiumsvorsitzender Herbert Klein, bis Herbst 2015 auf die Reise gehen.

Astrid Erhard

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