Vorfahrt wird geändert

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An der Ausfahrt der B 17 nach Seestall. Am Ende der Rechtsabbiegespur (vorn) muss künftig dem Linksabbieger (siehe den Van im Bild) Vorfahrt eingeräumt werden.

Seestall – Das Thema ist schon auf der Bürgerversammlung in Seestall auf den Tisch gekommen, Bürgermeister Erwin Karg hatte sich ans Bauamt Weilheim gewandt, und kürzlich hat dritte Bürgermeisterin Franziska Welz nochmals in der Behörde nachgehakt. Nun wird dem Ansinnen entsprochen: Bei der höhengleichen Ausfahrt an der B 17 nach Osten Richtung Seestall wird die Vorfahrt geändert. Künftig muss der Rechtsabbieger, der aus Schongau bzw. aus dem Fuchstal kommt, den Links­abbieger aus Richtung Landsberg zuerst vorbei lassen.

Christof Weh von der Straßenverkehrsbehörde im Landsberger Landratsamt hat – in Absprache mit Verkehrsreferent Franz Kreuzer von der Landsberger Polizei – Bürgermeister Erwin Karg und Franziska Welz über die Änderung informiert. Dazu wird demnächst am Ende der Rechtsabbiegespur (aus Richtung Schongau) das Zeichen Z 205 „Vorfahrt gewähren“ aufgestellt. Bisher hatte derjenige, der sich mit dem Pkw aus Richtung Süden näherte, auf der Straße zwischen der B 17 und Seestall Vorrang.

Einige Seestaller sehen dies als erheblichen Nachteil an. Die Aufstellspur für den Linksabbieger, der aus Landsberg kommt, sei immer ein kritischer Bereich, schildert Franziska Welz. Denn vorher ende der zweispurige Überholstreifen. So gebe es immer wieder Situationen, in denen man wegen drohender Gefahr von hinten froh sei, so schnell wie möglich nach links Richtung Seestall wegzukommen, wenn ein überholendes Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig rechts einfädele und womöglich die Aufstellspur noch als Überholspur missbrauche. Gerade deshalb sei ein weiteres Anhalten an der Einmündung nur wenige Meter nach Verlassen der B 17 kritisch.

Als Beispiel dafür, wie und wo es besser geht, führt dritte Bürgermeisterin Franziska Welz die Einmündung einige Kilometer weiter nördlich zur ehemaligen Lechrainkaserne an. Dort sei sehr wohl das Schild „Vorfahrt gewähren“ für den Rechtsabbieger (aus Richtung Schongau) aufgestellt. Welz stellte in einem Brief an Christoph Mohr vom Staatlichen Bauamt Weilheim die Frage: „Wird bei dieser Bundesstraße mit zweierlei Maß gemessen?“ Im Übrigen gibt es noch ein weiteres Beispiel an der B 17 dafür, dass der Linksabbieger an einer höhengleichen Einmündung die Vorfahrt vor dem Rechtsabbieger hat. Es ist 17 Kilometer weiter südlich die Ausfahrt Altenstadt/Schongau-Mitte. Auf Anfrage erklärt Christoph Mohr gegenüber dem KREISBOTEN, dass die Straßenverkehrsordnung den „Spielraum“ zulasse und an jeder Ausfahrt eine unterschiedliche Vorfahrt ermögliche.

In Seestall habe man bislang auf das Schild verzichtet. Man wollte „keine Überregulierung“. Doch sei man einer Änderung gegenüber, die freilich das Landratsamt anordnen müsse, nicht abgeneigt. Mohr: „Unser Herz hängt nicht am Weglassen des einen Schildes.“ Christof Weh vom Landrats­amt erklärt dazu, dass an Kreuzungen und Einmündungen grundsätzlich Rechts vor Links gelte. Abweichungen seien jedoch einzelfallbezogen zulässig. Da entlang der B 17 bereits an zwei Einmündungen eine solche Abweichung angeordnet wurde, „sollten wir aus Gründen der Stetigkeit“ auch die Einmündung Seestall abweichend beschildern.

Johannes Jais

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