Einiges nachzuholen

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Der „Wichtelgarten“ von Andrea Sorge-Petzold (Foto) gehört inzwischen der Vergangenheit an. Warum die Stadt die Bedarfsanerkennung und damit die Förderung versagte, soll demnächst Thema im Stadtrat sein.

Landsberg – Die Einrichtung ist inzwischen bereits geschlossen, dennoch wollen einige Stadträte vom Ober- bürgermeister noch Informationen zur Kinderkrippe „Wichtelgarten“. In einem gemeinsamen Antrag richten Stefan Meiser (ÖDP) und Reinhard Skobrinsky (BAL) jetzt mehrere Fragen an OB Mathias Neuner, die sie in der nächsten Stadtratssitzung beantwortet haben möchten.

Zum einen fühlen sie sich bei der Entscheidung, der Krippe keine Zuschüsse für eine Erweiterung zu gewähren, offenbar übergangen: das sei „definitiv keine laufende Angelegenheit der Verwaltung“ gewesen, heißt es in dem Antrag, sondern hätte im Stadtrat beraten werden müssen, der OB solle sich zu den Gründen äußern, warum dies nicht geschehen ist. 

Auch über den Bedarf an Krippenplätzen wollen die Antragsteller Auskunft: „Auf welche Bedarfszahlen bezogen Sie sich, als Sie den ablehnenden Bescheid gegenüber der „Wichtelgarten“-Betreiberin äußerten?“ Die Frage ist tatsächlich interessant, weil der Bedarf in Landsberg schwankend zu sein scheint: Die Stadt selbst sah von Anfang an die Notwendigkeit, das Kinderhaus zu bauen, während das Landratsamt die gegenteilige Ansicht kundtat. Die Erweiterung des „Wichtelgarten“ nicht zu fördern, begründete die Verwaltung dann wenige Monate später mit „nicht vorhandenem Bedarf“ – um kurz darauf öffentlich zu erklären, dass man jetzt in Landsberg Kindergarten- in Krippenplätze umbauen wolle, da der „Bedarf vorhanden“ sei. 

Pikant ist daher ein weiterer Punkt aus dem Antrag, der eine Verknüpfung zwischen den Einrichtungen herstellt. Meiser und Skobrinsky wollen wissen, ob es „definitiv auszuschließen“ sei, dass dem „Wichtelgarten“ der Zuschuss verweigert wurde, „weil die Belegungszahlen der Kinderkrippe im Kinderhaus doch nicht so hoch waren, wie Sie diese in der Öffentlichkeit dargestellt hatten und Ihnen deshalb die Schließung des (...) „Wichtelgarten“ hilfreich erschien?“ Einführend wird im Papier an den Oberbürgermeister auch erwähnt, dass die Stadträte von der Schließung der Einrichtung nach 13 Jahren „aus der Presse erfahren“ hätten. 

Deshalb gibt es nach Ansicht von Meiser und Skobrinsky offenbar einiges nachzuholen, es solle „ausreichend Zeit für eine ausführliche Diskussion“ eingeplant werden, dies solle bereits bei der Erstellung der Tagesordnung berücksichtigt werden. Der Stadtrat befindet sich seit 31. Juli in der Sommerpause, die nächste Stadtratssitzung ist für den 24. September angesetzt.

Christoph Kruse

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