In ausgezeichneter Form

Der Sieger des Schreinerwettbewerbs „Die gute Form“: Adrian Bleninger mit seinem preisgekrönten Gesellenstück, einem Medienboard aus Teak, Linoleoum und Carbon. Foto: Osman

„Das hier sind die Antiquitäten von morgen“: Großes Lob zollte Wolfgang Zeit, Obermeister der Landsberger Schreiner-Innung, den Ausstellungsstücken im Wettbewerb „Die gute Form“. 14 Teilnehmer hatten ihre Gesellenstücke eingereicht, am Sonntag wurden im Landratsamt die Sieger ausgezeichnet.

Den ersten Preis erhielt Adrian Bleninger, der bei der Schreinerei Sedlmair in Utting gelernt hat und ein Medienboard aus Teak, Linoleum und Carbon anfertigte. An seiner Arbeit beeindruckten die Jury vor allem die Vielfalt der Werkstoffe und das Formspiel verschiedener Kuben, erklärte Schreinermeister Martin Lecker aus Dießen. Zusammen mit Ehrenkreishandwerksmeister Franz Lanzinger, dem Kauferinger Bürgermeister Erich Püttner und Dietmar Winkler von der Sponsor-Firma Remmers Baustofftechnik entschied er über die Sieger. „Die Prüflinge haben es uns sehr schwer gemacht. Alle eingereichten Arbeiten haben ein hohes Niveau“, so Lecker. Auf Platz zwei landete ein Sideboard aus Wenge und Ahorn von Michael Scharl, den dritten Rang belegte Siara Veit mit einem Schreibtisch aus Eschenholz. Zwei Belobigungen gingen schließlich noch an Wolfgang Reize, der eine Stehle aus Kirschbaumholz und Sichtbeton baute, sowie an Marcus Wächter für einen Arbeitstisch mit drehbarem Unterschrank. Gesellenstücke von derartiger Qualität und Originalität anzufertigen, erfordert neben dem technischen Können vor allem Zeit und Kreativität. „Wir sind einer der wenigen Berufe, wo man noch solche Stücke bauen darf und sich nicht auf Arbeitsproben beschränken muss“, sagte Zeit. Arbeitsproben entstünden nach einer vorgegebenen Zeichnung innerhalb nur eines Tages. Für ihre Gesellenstücke holen sich die Schreinerlehrlinge beispielsweise Anre-gungen von Ausstellungen. Bei der Umsetzung der Ideen helfen die Ausbildungsbetriebe und die Berufsschule. „Hier haben wir wirklich eine gute Zusammenarbeit“, so Zeit. Der Wettbewerb stellt vor allem die Gestaltung in den Mittelpunkt. Die Teilnehmer sollen sich mit Themen wie zeitgemäßer Formgebung auseinandersetzen und erkennen, wie viel Kreativität sie in ihren Beruf einbringen können. Nachbildungen vergangener Stilepochen sind nicht zugelassen. In die Jury des Wettbewerbs habe man mit Lanzinger und Püttner bewusst auch fachfremde Mitglieder berufen, erläuterte Zeit. „Wir wollten auch Leute dabei haben, die die Stücke aus einem anderen Blickwinkel sehen.“ Die Sieger des Wettbewerbs werden in das Begabtenförderprogramm aufgenommen und dürfen nun an der bayerischen Ausscheidung teilnehmen. „Auch hier haben wir in der Vergangenheit schon gute Erfolge erzielt“, so der Obermeister stolz.

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