Hybrid statt Diesel

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Eine entscheidende Änderung in Sachen Stadtbus nahm der Stadtrat jetzt vor: Die Busse sollen künftig nicht mehr Diesel-, sondern Hybridfahrzeuge sein.

Landsberg – Das lief nicht so, wie sich das Landratsamt und die Stadtverwaltung das vorgestellt hatten. Anstatt die europaweite Ausschreibung für den Stadtbusbetrieb ab Februar 2018 durchzuwinken, nahm der Stadtrat eine entscheidende Änderung vor: Die Stadtbusse sollen künftig nicht mehr Diesel-, sondern Hybridfahrzeuge sein.

Bereits bei der ersten Beratung dieses Punktes vor der Sommerpause war das Thema „Hybrid oder Diesel“ im Stadtrat angesprochen worden. Der Beauftragte des Landratsamts für den Nahverkehr, Dietmar Winkler, hatte in dieser Sitzung gegen den Wunsch nach einem kombinierten Antrieb geltend gemacht, die Ausschreibung sei dann zu unbestimmt (es gebe viele Arten von Hybrid-Antrieben), führe zu höheren Kosten, reduziere – bezogen auf die in Landsberg benötigten Fahrzeuge – die Zahl der Hersteller und generiere im Werkstattbereich zusätzlichen Personalaufwand. Zu einer Entscheidung kam es da noch nicht; das Thema wurde vertagt. 

Der jetzigen zweiten Beratung ging eine Sitzung des Ältestenrats voraus, in der Winkler erneut anwesend war. Dort verständigten sich die Vertreter der Fraktionen und Fraktionsgemeinschaften einmütig auf einen reinen Diesel-Antrieb und legten auch die anderen Parameter der Ausschreibung fest. In der Annahme, dass diese Absprache halten würde, verzichtete Oberbürgermeister Mathias Neuner auf die Teilnahme Winklers an der Sitzung des Stadtrats. Stefan Meiser (ÖDP) stellte dann aber dann doch den Antrag, von den Bietern Hybridfahrzeuge zu verlangen. Neuner stellte diesen Punkt praktisch sofort zur Abstimmung. 

Dem Antrag stimmten 17 Stadträte zu, nur acht waren dagegen, darunter Neuner selbst. Der reagierte darauf mit dem Satz „Jetzt haben wir ein Problem“ und ließ durchblicken, dass er das letzte Wort in dieser Sache noch nicht für gesprochen hält. Eine andere Veränderung war zuvor vom Landratsamt eingearbeitet worden. Nach dem ersten Ausschreibungsentwurf wäre es noch möglich gewesen, den Stadtbusbetrieb auch mit gebrauchten Fahrzeugen anzubieten; die Busse sollten nur nicht älter als acht Jahre sein. Dies stellte sich bei näherer Prüfung aber als europarechtswidrig heraus, weil so Anbieter mit vorhandenen Bussen besser gestellt würden als Wettbewerber, die neue Busse anschaffen müssen. 

Daher sieht die Ausschreibung nun vor, dass auch der jetzige Auftragnehmer, das Busunternehmen Eisele, ein Angebot auf der Grundlage neuer Fahrzeuge einreichen muss. Dies hat wiederum finanzielle Folgen für die Stadt, die nun in jedem Fall verpflichtet sein dürfte, Eisele den Restwert der alten Busse zu erstatten, selbst wenn er die Ausschreibung gewinnt. Bisher gab es eine solche Verpflichtung nur für den Fall, dass Eisele den Auftrag vor Ende der Abschreibungsfrist der Busse verliert. Eine lange Diskussion gab es auch um zwei Vorschläge von Henrik Lüssmann (Grüne), der im Stadtrat für Verkehr zuständig ist. 

Er hatte zum einen den Wunsch, dass die Fahrpläne des Stadtbusses auch in Fahrplansysteme eingepflegt werden, so dass man eine Reise mit Bahn und Bus kombiniert planen kann. Diese Anforderung soll nun in geeigneter Weise in die Ausschreibung aufgenommen werden. Mit seiner zweiten Forderung konnte sich Lüssmann aber nicht durchsetzen – daher wird es auch künftig nicht möglich sein, Fahrräder in die Stadtbusse mitzunehmen.

Werner Lauff

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