Von Arztbesuch bis Waschmaschine

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Viele Aufgaben machen viele Mitarbeiter beim BRK erforderlich: Karla Schönebeck, Monika Scheidler, Kerstin Nitschke, Marion Knote, Sonja Henke, Brigitte Herrmann, Elke Puskeppeleit, Anita Weigel und Susanne Brandstetter (v. links) sowie Heike Roletscheck, Johannes Moeske, Eva Aviles, Evelyn Below, Michaela Zeilmeir und Sabine Schellberg (hinten v. links).

Landkreis – Derzeit leben rund 900 Asylsuchende in Unterkünften in der Stadt und im Landkreis Landsberg. Eine Vielzahl an Aufgaben der Asylarbeit übernimmt dabei das Bayerische Rote Kreuz. Dazu gehört nicht nur die Asylbewerber zu beraten und zu betreuen, sondern auch die ehrenamtlichen Helfer zu koordinieren.

Hauptsächlich wohnen Männer zwischen 18 und 40 Jahren als Asylbewerber im Landkreis, aber auch Familien und „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ (UMF). Derzeit sind über 50 Standorte (ohne UMF) im Landkreis Wohn- und Lebensmittelpunkt von Asylbewerbern und damit Schnittstelle zur einheimischen Bevölkerung. Dem aktuellen Flüchtlingszuwachs geschuldet ist auch die Einrichtung einer sogenannten Notaufnahmeeinrichtung in der Lechturnhalle für circa 200 Personen. 

Seit Anfang 2012 ist als Kooperationspartner des Landkreises das Bayerische Rote Kreuz für eine Vielzahl von Aufgaben zuständig. Dazu zählt zum einen der Außendienst: Im Auftrag des Landkreises besucht der Außendienst regelmäßig die Unterkünfte, was durch die dezentrale Unterbringung eine Notwendigkeit ist. Die Unterstützung fängt bei alltäglichen Dingen wie der Handhabung von Elektroherd oder Waschmaschine an, über sparsamen Einkauf bis hin zur Begleitung bei der Kontoeröffnung. 

Die wichtigste Aufgabe des Außendienstes ist die Unterstützung und Koordination bei erforderlichen Arztbesuchen sowie der Schul- und Kindergartenbesuch von Asylbewerberkindern. Seit Oktober gibt es auch eine Asylsozialberatung, die sich um alle sozialen Bedürfnisse der Asylbewerber kümmert und regulierend bei zwischenmenschlichen Spannungen innerhalb und außerhalb der Unterkünfte eingreift. 

Des Weiteren ist die Krisenintervention und damit verbunden die Kommunikation und Vernetzung mit weiteren Akteuren wie Beratungsstellen, Ämtern, Initiativen, Projekten und Behörden ein großer Aufgabenbereich. Auch die Koordination des Ehrenamtes, die im April eingeführt wurde, gehört zu den Aufgaben. Das Rote Kreuz unter- stützt und begleitet das Ehrenamt vor Ort in den Gemeinden, Ansprechpartner ist der zuständige Sozialarbeiter. 

Die Ausübung des Ehrenamtes ist nicht gänzlich frei von Regeln und unterliegt ebenfalls den gesetzlichen Vorgaben der Asylunterbringung. Regelmäßige Schulungen und ein guter Informationsfluss für die weit über 400 Ehrenamtlichen in Stadt und Landkreis wird beim BRK zentral durch die Stelle des Teamleiters in der Asylbetreuung sicher gestellt, eine Stellenausweitung ist für Herbst geplant. 

Der Landkreis Landsberg stellt dem Roten Kreuz für diese Aufgaben in diesem Jahr 300000 Euro zur Verfügung. Diese Sum- me beinhaltet die Personal- und Sachkosten für die Mitarbeiter im Außendienst und die Begleitung und Koordination der ehrenamtlichen Asylhelfer. Die Asylsozialberatung wird überwiegend über staatliche Fördermittel finanziert. 

Für jede Stelle ist seitens des BRK ein Eigenanteil von mindestens 10 Prozent erforderlich, der Landkreis übernimmt die anfallenden Sachkosten. Die Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter inklusive Supervision werden aus Eigenmitteln des BRK getragen. Schulungen für das Ehrenamt, insbesondere die Honorarkosten für Referenten (z.B. Sprachpatencoaching) werden über Spenden bzw. Eigenmittel des BRK finanziert.

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