Absage für Pro Asyl

Kein Plakat am Rathaus

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Dieses Plakat weist auf die Informationsausstellung zum Thema Flucht und Asyl hin, die vom 28. Januar bis zum 4. Februar in Schondorf gezeigt wird.

Schondorf – Nicht unumstritten ist die Plakatausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ des Vereins „Pro Asyl“, die vom 28. Januar bis 4. Februar in Schondorf gezeigt wird. Als es in der jüngsten Gemeinderatssitzung um die Genehmigung und Örtlichkeit der Aktion ging, zeigte sich vor allem Rainer Jünger von der Obergrenze fordernden CSU skeptisch. Er kritisierte die „extreme Haltung“ von Pro Asyl. Der Lobby-Verein setze sich offensiv für eine Ausweitung der Anerkennungsgründe, für höhere Leistungen an Asylsuchende, für weitere Aufweichungen des Asylverfahrensgesetzes und schnellen Familiennachzug ein.

Pro Asyl trenne nicht zwischen politisch Verfolgten und Wirtschaftsflüchtlingen, so Jünger weiter. Ganz offen greife der Verein die mit der Prüfung der Asylverfahren beauftragten Behörden an und bemängle Unterbringung und Verpflegung.

Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) warf ein, dass auch Organisationen wie „Brot für die Welt“ oder „Misereor“ die Ausstellung unterstützen. Und Gemeinderätin Helga Gall, selbst sehr aktiv in der Flüchtlingshilfe, betonte, dass die Initiatoren mit der Ausstellung „sicher nicht die große Politik machen wollen.“

Die Ausstellung enthalte lediglich vielfältige Informationen über Flüchtlinge und ihre Situation. Sie führt den Betrachter von den Fluchtländern über Europa bis nach Deutschland. Auf diesem mühsamen Weg begegnen die schutzsuchenden Menschen vielen Gefahren, Hindernissen und Restriktionen. Diese werden auf den Plakaten visualisiert, beschrieben und analysiert. Hinzu kommen Tafeln zu themenrelevanten Ereignissen, politischen Entwicklungen und asylrechtlichen Bestimmungen.

Zusammen stellen die 37 Plakate ein umfassendes Informationsangebot zum Thema Flucht und Asyl dar. Sie sollen wissensbasiertes Verständnis für Flüchtlinge und ihre Situation vermitteln und das Bewusstsein über die Allgemeingültigkeit und Unteilbarkeit von Menschenrechten stärken.

Der ursprüngliche Gedanke, die Ausstellung zwischen Rathaus und Jugendhaus zu zeigen, stieß in der Gemeinderatssitzung ebenfalls auf Widerstand. Das Rathaus solle man von Veranstaltungen dieser Art frei halten, meinte Gemeinderat Thomas Betz (CSU). Nach kurzer Diskussion gab das Gremium schließlich mit 12:4 Stimmen das Okay für die Ausstellung, die jetzt am Jugendhaus und in der Sommerhalle des Bahnhofs gezeigt wird.

Dieter Roettig

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