Elektromobilität ist die Zukunft

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Positive Bilanz: Die Veranstalter des E-Test Tages, Christoph Schaller, Nikolaus Lichtenstern und Norbert Gawenda (von rechts), freuten sich über viele Besucher beim E-Test Tag. Da die Veranstaltung Teil der Landkreis-Klimaschutzwoche war, machte auch Landrat Thomas Eichinger einen Rundgang durch die Autohäuser.

Landsberg – Elektromobilität ist die Zukunft – davon ist nicht nur Christoph Schaller vom gleichnamigen Nissan-Autohaus überzeugt. Mit den benachbarten Betrieben Medele und Auto&Service veranstaltete er deshalb im Rahmen der Landkreis-Klimaschutzwoche einen Test-Tag rund um das E-Auto. Die Resonanz gab den Veranstaltern recht.

Rund 150 Interessierte machten am Samstag die Runde durch die drei Autohäuser, wo fünf verschiedene Modelle der drei Marken Nissan, VW und Mercedes zu Probefahren bereitstanden: der Nissan Leaf und der ENV 200, die Mercedes B-Klasse sowie der e-UP und der e-Golf von VW. Außerdem konnte man sich über alle Themen rund ums E-Auto informieren – von der Ladetechnik bis hin zu den Antragsformalitäten für die staatlichen Fördergelder.

Start frei fürs Schnellladen: Landrat Thomas Eichinger (rechts) drückte den Knopf für die erste Strom-Betankung an der neuen Schnellladestation, die Martin und Christoph Schaller (Mitte) auf ihrem Betriebsgelände errichtet haben.

Teilweise nahmen die Besucher weite Anreisen auf sich, um den überregional beworbenen E-Test Tag mitzuerleben. Interessenten kamen unter anderem aus Starnberg, Kaufbeu­ren und Kochel – so wie Brigitte und Frank Uhl, die intensiv mit der Anschaffung eines E-Autos lieb­äugeln. „Das Interesse ist bei uns sehr groß, denn wir haben daheim eine PV-Anlage und ein eigenes Windrad.“ Mit eigener regenerativer Stromproduktion würden sie nicht nur zum Nulltarif fahren, sondern auch hundertprozentig sauber.

Kunden und Autohändler sind froh, dass dank der staatlichen Kaufprämie auch die Preise der E-Autos allmählich interessant werden – zumal, wenn man bedenkt, dass der spätere Aufwand an Inspektion und Wartung im Vergleich zu Verbrennungsfahrzeugen gering ist. Manche Hersteller schaffen zusätzlich zur staatlichen Förderung weitere finanzielle Anreize.

Unter den Besuchern, die eine Proberunde im E-Auto drehten, war auch Landrat Thomas Eichinger. Er konnte anschließend nur feststellen: „Es fährt sich tadellos, da gibt‘s überhaupt nichts.“ Das Landratsamt hat bis dato zwei Elektrofahrzeuge in seinem Fuhrpark und will weitere anschaffen. Auch eine eigene Ladestation ist geplant. „Wir müssen mit guten Beispiel vorangehen“, so Eichinger.

Die Kritik eines Bürgers, dass eine Veranstaltung von Auto­häusern ins Programm der Klimaschutzwoche aufgenommen wurde, wies er zurück. Schließlich müsse gerade in einem Bereich, wo viel Energie verbraucht wird, „der Hebel angesetzt werden“. Und neben Bereichen wie Heizung und Dämmung sei die Mobilität ein wichtiger Themenkomplex, wenn es um die Einsparung von Energie und die Reduktion von CO2 gehe.

Eichinger war vor allem zur Einweihung der neuen Schnellladestation auf dem Gelände der Firma Schaller gekommen. Ursprünglich sollte auch OB Mathias Neuner dabei sein, der wegen eines Todesfalls in seiner Familie jedoch absagen musste. So drückte Eichinger allein den Startknopf an der Schnellladesäule, an der ein E-Auto in rund 20 Minuten aufgeladen werden kann. Die Vorgänger-Generation an Ladestationen braucht dafür drei bis vier Stunden, die heimische Steckdose acht. Die Reichweite der E-Autos liegt mittlerweile bei rund 250 Kilometern und ist damit laut Schaller auch für Gewerbetreibende interessant.

Alle drei Veranstalter zogen im Anschluss an den E-Test Tag eine positive Bilanz. „Wir hatten richtig gut zu tun und sind zufrieden“, so Christoph Schaller. „Es waren ständig zwei bis drei Autos unterwegs.“ Norbert Gawenda, Verkaufsleiter bei Mercedes Medele, zeigte sich positiv überrascht über die Besucherzahl und über das Fachwissen, das viele von ihnen mitbrachten. „Die Leute waren extremst gut informiert.“ Auch die politische Seite sei in den Gesprächen immer wieder Thema gewesen – viele potentielle E-Fahrer machen sich Gedanken über globale Zusammenhänge, Zukunftsfähigkeit und Klimaschutz.

„Der E-Test Tag war eine absolut gelungene Geschichte“ - dieses Fazit Gawendas bestätigt auch Nikolaus Lichtenstern, Geschäftsleiter von Auto&Service. Manche Besucher seien am Anfang skeptisch gewesen. „Aber nach der Probefahrt war die Begeisterung da.“

Ulrike Osman

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