Kein bisschen langweilig

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Die „Debütanten“ beim Autorenkreis (von links): Sonja Just, Julius Peter Hermann und Monika Hrastnik.

Landsberg – Mit einem „fulminanten Höhepunkt“ hat das neue Jahr beim Landsberger Autorenkreises begonnen: 21 Autoren hatten sich zum Vortrag gemeldet – „ein Rekord und geradezu eine Heerschau des literarischen Landsbergs“, freut sich Autorenkreisgründer Helmut Glatz.

Lyrik und Prosa, ernst und heiter wurden bei der Freuen Leseung geboten, bunt gemischt, wie es das Los bestimmte. Nicht zuletzt dank der zügigen Moderation von Marianne Porsche-Rohrer (Schon­- gau) war der Abend bis zuletzt spannend und interessant. Günter Bohn eröffnete den Lesereigen mit einer Hymne auf die Liebe. Weitere Lyriker schlossen sich an: Klaus Köhler mit Stanzen über seine Holsteiner Heimat, Paul Wendland wortgewaltig mit „Kinder-Wintergedichten“, Gerwin Degmair aus Utting mit dem Blick in ein Dichterzimmer („frage nicht, doch hoffe immer...“). Claire Guinin reflektierte ihre Situation als Autorin im Dichterkreis, Carmen Kraus erinnerte sich an die sanft heilenden Hände ihrer Mutter, und Marianne Porsche-Rohrer gab diesmal keine Gesundheitstipps, sondern reimte lustig von Marzipan, Sahnetorte und Toastbrot. Auch gute Wünsche, dem neuen Jahr gemäß, waren dabei: Heidi Glatz wünschte auf poetische Weise „wieder lachen“, Angelika Müller fand im Meer der Wünsche die „Perle der Zufriedenheit“, Lore Kienzl sehnte, in ein poetische Märchengewand gekleidet, den Frieden der Religionen herbei. Katrin Gabriel las eine ebenso spannende wie aufrüttelnde Friedensgeschichte über den Krieg in Afghanistan, und auch Roland Greißl packte viel Zeitkritik in seine „hilflosen Gedankensprünge des Autors G.“ Ganz anders Martje Herzogs meditativ-nachdenkliche Beobachtungen am Futterhaus, Altmeister Joachim Giebelhausen überraschte mit der fulminanten Reportage eines politisch-satirischen Pferderennens. Ins Kinderreich begab sich Boris Schneider aus Buchloe: Er forderte die Fantasie der Zuhörer mit dem Rätselmärchen „Der Reißnageltest“. Helmut Glatz las aus seinem neuesten Buch „Radibutz“ eine märchenhaft-philosophische Mäusegeschichte. Hans Schütz konnte mit einigen Gedichten sein neues Buch „Lechliebe“ präsentieren, besonders beeindruckend seine lyrische Hom­mage an Wessobrunn. Gespannt war man natürlich auf die drei Debütanten, die zum ersten Mal beim Autorenkreis vortrugen: Julius Peter Hermann aus Igling beeindruckte mit der tiefsinnig-tiefschürfenden Ansprache eines Hofnarren („addier’ ich Zeit, Raum und Bewegung, gibt es Klang“), Sonja Just (Asch) ließ in ihrem Mundartgedicht „Was sind Jahre?“ ein ganzes Menschenleben vorbeigleiten, und Monika Hrastnik (Kaufering) träumte sich auf poetische Weise zurück in die Urlaubszeit am schönen blauen Meer. „Drei Stunden und kein bisschen langweilig“, so das Fazit eines Zuhörers und auch von Helmut Glatz.

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