Autoschleuser verurteilt

„Das Auto kommt abhanden und taucht später als neues Fahrzeug auf“, so hat Richter Dr. Wolfgang Daum die Strategie eines 42-jährigen Mannes aus dem Landkreis und eines 49-jährigen Italiener erklärt. Die beiden standen am Mittwoch wegen Urkundenfälschung und Hehlerei vor Gericht. Sie wollten mit geleasten Autos aus Italien in Deutschland Geld machen. Beide wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt – der Jüngere zu einem Jahr und drei Monaten, der ältere Hauptbelastete zu zwei Jahren.

Es ging um drei Autos, die in Italien von Firmen verleast worden waren und dann „verlorengingen“. Mit gefälschten Urkunden brachte der 49-Jährige, der in Deutschland aufwuchs, einen BMW, einen Audi und einen Daimler-Benz über die Alpen. Dann wurden die Autos mit gefälschten Papieren neu zugelassen, indem Blanko-Zulassungsformulare ausgefüllt wurden. Weiter ging es mit dem Verkaufen: Kaufverträge wurden ebenfalls gefälscht und die Fahrzeuge wechselten wiederum die „Besitzer“ bis zum Angeklagten Nummer zwei. Der 42-Jährige, der als selbstständiger Kfz-Händler tätig war, hätte am Ende der Kette gestanden, so der Richter. Zunächst hielten die Angeklagten auch am zweiten Verhandlungstag mit der Wahrheit zurück. Doch dann ließen beide auf ein Geständnis ein und ersparten dem Gericht somit schwierige Ermittlungen in Italien. „Na, also“, kommentierte Dr. Daum und Staatsanwältin Dr. Tanja Horvath meinte: „Fünf vor zwölf war es!“ Einige Akten wurden aber trotzdem studiert. Die Polizei hatte Gesprächsprotokolle vieler Handytelefonate zwischen mehreren Beteiligten, auch aus Italien, vorgelegt. Diese wurden dann auf verdächtige Äußerungen hin überprüft. Die Telefonüberwachung sei sehr aussagekräftig gewesen, hatte der Richter beurteilt. Dabei trat der jüngere Kfz-Händler weniger in Erscheinung. Nach diesen unsauberen Geschäften ist der Mann heute pleite und hat Insolvenz beantragt. Den älteren Autoschleuser brachten Polizeibeamte in Handschellen in den Amtsgerichtssaal – er saß bereits seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Der Richter folgte in seinem Urteil dem Vorschlag von Rechtsanwalt Ger­hard Decker, der den Deutsch-Italiener vertrat, und entschied mit den Schöffen für Bewährung. Der Schaden halte sich noch in Grenzen, so die Begründung. Decker hatte auch das Geständnis als „Vorleistung“ seines Mandanten angeführt. „Wäre dieses nicht erfolgt, wäre der Prozess anders verlaufen“, erklärte der Augsburger Verteidiger. Der Rechtsbeistand des 42-Jährigen, Guillermo Chillagano- Busl aus München, hatte sich ebenfalls dafür ausgesprochen, dessen Geständnis zu würdigen. Auch stellte er die Lebenssituation des jüngeren Mannes heraus, der in geordneten Verhältnisse lebe und eine neue Arbeit in Aussicht habe. Doch er war auch vorbestraft – unter anderem bereits wegen Urkun­den­­fälschung.

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