Axel Milberg liest am Dampfersteg

Tatort am See

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Axel Milberg liest am Holzhauser Dampfersteg aus Henning Mankells letztem Roman „Treibsand“. Trotz klirrender Kälte waren viele Fans gekommen.

Utting/Holzhausen – Ganz anders als in seiner Rolle als wortkarger Kieler Tatort-Kommissar Borowski zeigte sich Schauspieler Axel Milberg in Holzhausen. Blendend gelaunt und keineswegs mundfaul war der populäre Mime an den Ammersee gekommen, um die Protestaktion gegen den Bau eines Polizeiboothauses am historischen Dampfersteg zu unterstützen. „Ich bewundere die Ausdauer meiner Freunde Daniel Fusban und Wolf Dietrich Lüps im Widerstand gegen Regierung und Behörden“, meinte Milberg über die Initiatoren, die zu diesem außergewöhnlichen Event eingeladen hatten.

Axel Milberg hat eine besondere Beziehung zum Ammersee und zu der wunderschönen Bucht in Holzhausen. Seine Schwiegereltern haben in Utting gewohnt, bevor sie vor kurzem nach Dießen umgezogen sind. Darum war auch Milbergs Ehefrau Judith mitgekommen, die bekannte Kunsthistorikerin und Malerin. Im Bayerischen Fernsehen konnte man sie mit ihrem Mann in der Serie „Mit Milbergs im Museum“ und mit Florian Wagner in der kreativen Einrichtungsserie „Milberg & Wagner“ bewundern, was ihr am Dampfersteg viele Komplimente von Fans einbrachte.

Wer trotz klirrender Kälte zum Dampfersteg gekommen war, erlebte einen Axel Milberg in Bestform auf einer provisorischen Bühne aus Bierzelttischen am Wartehäuschen des Dampferstegs. Gestenreich schilderte er seine letzte Begegnung mit dem Schriftsteller Henning Mankell, mit dem er und seine Frau eine lange Freundschaft bis zu seinem Krebstod gepflegt hatten. Milberg hat fast alle Mankell-Romane als Hörbücher gesprochen und für „Der Chinese“ den begehrten Corine-Literaturpreis bekommen.

So war es eine Herzensangelegenheit von Milberg, drei Kapitel aus Mankells letztem Roman „Treibsand“ zu lesen. Mucksmäuschenstill lauschten die Besucher der markanten Stimme bei dieser einmaligen Darbietung unter freiem Himmel. „Wir wollen in Zukunft noch mehr hochkarätige Events wie diesen am Dampfersteg bieten“, betonte Fusban. „Möglichst viele Leute sollen kommen und die einmalige und schützenswerte Landschaft in dieser Bucht bestaunen.“ Diese dürfe man nicht mit einem wuchtigen Polizeibootshaus am Ende des 100 Meter langen Dampferstegs verschandeln. Initiativen, Bürger und Gemeinderat hätten sich mit vernünftigen Argumenten vehement gegen diesen Standort ausgesprochen, was aber von oberster Stelle ignoriert werden.

Dieter Roettig

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