Stück für Stück zur Barrierefreiheit

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Die Seniorenwohnanlage Färbergaßl in Dießen bedarf dringend barrierefreier Badezimmer. Stück für Stück sollen diese nun umgebaut werden.

Dießen – Das Thema Inklusion hat mit dem neu gegründeten Inklusionsbeirat jetzt auch Einzug in die Landkreis-Politik gefunden. Bei seiner ersten Sitzung stellte Christian Kusch vom Hochbauamt die Bestandserfassung der kreiseigenen Liegenschaften vor. Dabei ging es vor allem auch um die Seniorenwohnanlage Färbergaßl 3 in Dießen. Hier steht der Umbau von über 60 Bädern an.

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte der Kreistag beschlossen, die Barrierefreiheit der kreiseigenen Liegenschaften voranzutreiben. Die Bestandserfassung sei aber noch nicht abgeschlossen, erläuterte Kusch in der Beiratssitzung. Zum Bestand gehören immerhin Verwaltungsgebäude, Schulen, Bäder, Seniorenheime und eben auch Wohnungen wie die Dießener Anlage Färbergaßl. 

Da die Einrichtung ursprünglich nicht als Seniorenwohnanlage geplant war, treten für die zum Teil auf Rollator oder Rollstuhl angewiesenen Bewohner immer wieder Probleme auf. Speziell das Badezimmer stellt dabei oft ein Hindernis dar. Über 60 Bäder müssen deshalb umgebaut werden. Dieses Jahr geschafft wird aber wohl nur eins, das sich in einer momentan leerstehenden Wohnung befindet, so Kusch. Anstelle der für körperlich eingeschränkte Personen kaum zu nutzenden Badewanne soll dort eine Dusche mit nur zwei Zentimeter Kante eingerichtet werden. Doch wirklich barrierefrei ist das Bad, wenn es fertig umgebaut ist, nicht. Denn der Bewegungskreis für einen Rollator oder Rollstuhl ist nicht gegeben. Das liege daran, erläutert Christian Kusch während der Sitzung, dass die Wohnung auf einen potentiellen Mieter ausgelegt und damit auch entsprechend gefördert werde. In erster Linie wolle man „mit dieser Wohnung Interesse wecken“. 

Einen Mieter gäbe es allerdings noch nicht. Das liege unter anderem daran, dass gerade die älteren Bewohner lieber in ihrer angestammten Wohnung bleiben wollen. Doch auch dafür hat Hochbauamtsleiter Kusch eine Lösung parat: Er würde es bevorzugen, die renovierte Wohnung zu einer „Ausweichwohnung“ zu machen, die anderen dann Stück für Stück umzubauen und so den Bewohnern zu ermöglichen, nach dem Badumbau wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzukehren.

Astrid Erhard

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