Am Bayertor:

Neben Landsbergs Wahrzeichen wohnen

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Bedarf in Details noch er Überarbeitung findet aber bei allen Beteiligten Gefallen: der Entwurf für den Neubau eines Wohngebäudes (links) direkt am Bayertor.

Landsberg – Ob Stadttheater, Suytermühle oder Wohnen am Bäckertor – immer, wenn in der Lechstadt etwas Neues mit Historischem in Einklang zu bringen ist, scheint der Uttinger Architekt Wolf-Eckart Lüps das richtige Händchen dafür zu haben. So auch bei der geplanten Bebauung am Bayertor.

Erst mit dem Wechsel zum „Atelier Lüps“ eröffnete sich für eine Landsber­ger Bauwerberin ein gangbarer Weg hin zu einem Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage, direkt neben dem Wahrzeichen der Stadt Landsberg.

Vorweg: Die vorgelegte Planung aus dem Hause Lüps fand im Bauausschuss durchaus Gefallen. Einstimmig sprachen sich die Ratsmitglieder dafür aus, in drei Punkten vom Bebauungsplan „Jesuitengarten“ abzurücken: Baugrenze, Dachform sowie maximale Firsthöhe. Weitere Details, unter anderem Fassadengestaltung, Tiefgaragen­abfahrt und Außenbereich, bedürfen noch der Überarbeitung und sind mit dem Gestaltungsbeirat abzustimmen. Das letzte Wort soll danach der Stadtrat haben, so der Beschluss.

Gestaltungsbeirat und Landesamt für Denkmalschutz waren es, die sich gegen die vor zwei Jahren vorgelegte Planung eines anderen Architekten ausgesprochen hatten. „Alle Beteiligten“, so Stadtbaumeisterin Annegret Michler, hätten die „notwendige Sensibilität in der Planung und im Umgang mit dem stadtbildprägenden Umgeld des Bayertores vermisst.“

Das ist jetzt anders. Anstelle der 2000 abgerissenen Remise des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens „Doktorbauern“ rückt ein vierstöckiges Ge­bäude mit acht Wohneinheiten. Lüps lässt die Fassade des Neubaues gegenüber dem Bayertor nicht mehr vorspringen, schafft mittels einer zurückgesetzten Verglasung eine bauliche Zäsur zum Bayertor und lässt diesem damit seine Eigenständigkeit. Als Dachform wählt er ein Pultdach mit Dachterrassen nach Osten bis zur Stadtmauer. Dies empfand Dritte Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) als störend. Die Stadtbaumeisterin indes wollte dem nicht beipflichten, optisch ähnelten die Terrassen einem Wehrgang und und „passen somit zum Bild der Stadtmauer“.

Ohnehin fände der Lüps-Entwurf „breite Zustimmung“ im Gestaltungsbeirat und bei den denkmalfachlich involvierten Stellen, betonte Michler. Die neue Planung überzeugte auch Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker. Dass sich „Alt und Neu gut vertragen“ können, habe der Uttinger Architekt bereits am Bäckertor be- wiesen. Als kritisch erachtete der Stadtheimatpfleger lediglich die Tiefgaragenabfahrt. Das sieht man im Gestaltungsbeirat ähnlich – anstelle eines „unattraktiven und störenden Lochs“ könne durchaus ein Kfz-Aufzug in einem separaten Gebäude rücken.

Letztlich schrieb Stadtbaumeisterin Michler allen Bedenkenträgern im Bauausschuss ins Gebetbuch, dass es für den Ersatzbau eine Baugenehmigung in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern und dem Landesamt für Denkmalpflege bereits seit dem Jahr 2000 gebe. Und die gelte noch bis Juni 2013. „Sie haben keine große Wahl“, sagte sie, „entweder das alte Baurecht oder ein weiterentwickeltes – ich rate zu Letzterem.“

Toni Schwaiger

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