Benefizkonzert des Lions Club

Musik gegen schlechtes Wetter

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Auf der Leinwand lockte Kuba mit blauem Himmel, davor die Sängerin der Bundeswehr-Bigband Bwalya mit ihrer Stimme.

Landsberg – Es ist Glück im Unglück: Pünktlich um acht ziehen Donner und Blitz weiter, die Zuschauer kriechen wieder aus den Unterständen hervor. „Wir müssen mit den Ansprachen schnell machen und sofort anfangen.“ Veranstaltungsmanager der Bundeswehr-Bigband Hauptmann Johannes Langendorf steht unter Druck: Holzkirchen meldet eine zweite Gewitterfront „und dann müssten wir die Bühne räumen“. Das zweite Unwetter zog an Landsberg vorbei. Nass wurden die Zuschauer trotzdem. Aber das war kein Grund, das Konzert der Big Band nicht in vollen Zügen zu genießen. Samt freiem Eintritt.

„Die Konzerte, die seit Gründung der Big Band abgesagt wurden, kann man an einer Hand abzählen“, sagt Langendorf stolz. „Und dieses Jahr hat’s noch bei keinem Konzert durchgeregnet.“ Schirme bestimmen optisch das Bild des Abends, aber schon nach den ersten Takten von Quincy Jones‘ „Birth of a Band“ ist klar, dass das Wetter Nebensache ist. Die 21 erstklassigen Berufsmusiker unter der Leitung von Oberstleutnant Timor Oliver Chadik spielen mit sichtlichem Enthusiasmus, der ins Blut geht. Sängerin Bwalya vertreibt mit kubanischen Rhythmen und ihrer satten Stimme auch den letzten Schlechtwettergedanken. Und Percussionist und Schlagzeuger heizen beim „Conga“ mit einer wahren Drumbattle ein. Das Publikum johlt.

Präsentiert wurde das Benefizkonzert – die Bundeswehr-Big-Band spielt seit ihrer Gründung durch Helmut Schmidt 1971 ohne Gage – vom Lions Club Landsberg, die Schirmherrschaft übernahm Dr. Thomas Goppel. Präsident der Landsberger Lions Siegfried Kuhn dankte der Big Band, die Landsberg unter 1000 Bewerbern für eines ihrer begehrten Open-Air-Konzerte ausgewählt hatte, sowie der Stadt Landsberg für die Erlaubnis, die riesige Bühne (18 x 12 x 10 Meter) auf dem Hauptplatz aufbauen zu können. „Und vor allem möchte ich mich bei den vielen Zuschauern bedanken, die trotz des widrigen Wetters gekommen sind. Das ist fantastisch!“ Souverän stimmt Bwalya nach einer kurzen Pause den James-Bond-Song „Goldfinger“ an. Ihre Stimme sicher nicht schlechter als die Shirley Basseys. Und bei „All by myself“ ist erst recht Gänsehaut angesagt – nicht wegen der Kälte.

Der „Happy Sound“ von James Last mit leicht halluzinogenen 70er-Jahre-Mustern auf der LED-Leinwand juckt schon vielen in den Füßen. Mit „I feel good“ von James Brown lockt die Big Band schließlich endgültig die Tänzer hervor. Zum Abkühlen geht es ruhiger aber umso emotionaler weiter: Wer James Browne für DEN Interpreten von „It’s a Man’s World“ hält, muss zugeben: Bwalyas Darbietung ist genauso gut. Mindestens.

Mit „My Way“ und einer Vorstellung der einzelnen Musiker schließt der Abend. Denkt sich zumindest die Band. Aber trotz erneut einsetzendem Regen erklatschen die Landsberger eine Zugabe: „Purple Rain“, bei dem Dirigent Chadik mehrfach beteuert, „dass dieser Titel jetzt nicht zynisch gemeint ist“. Danach gehen die Lichter aus, die LED-Leinwand wird dunkel. Ein harter Kern unerschrockener Landsberger klatscht weiter. Mit Erfolg: Sigi Kuhn ist in der Bandgarderobe gerade dabei, sich bei jedem persönlich zu bedanken, „da heißt es: Wir müssen nochmal raus. Dabei waren die schon beim Umziehen.“ Auch Dirigent Chadik kann es kaum fassen: „Wir waren so kurz vor unserem Feierabendbier!“ Er greift zum Taktstock und schickt mit dem Big-Band-Klassiker „In the Mood“ die letzten Töne über den Hauptplatz.

Insgesamt seien über 5000 Euro gespendet worden, berichtet Kuhn. Das Geld kommt sozialen Projekten der Region zugute.

Susanne Greiner

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