Trend zum Schrebergarten

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Der Trend neigt zum Schrebergarten und kürzlich beschloss der Bauausschuss ein neues Konzept zur Schaffung von Kleingärten zu erarbeiten.

Landsberg – Die Sonne genießen, selber Gemüse oder Obst anbauen, vielleicht sogar Blumen... Kleingärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Allein in Landsberg gibt es rund 50 Anwärter auf einen solchen Garten – Tendenz steigend.

Die SPD-Stadtratsfraktion hat daher beantragt, eine neue Kleingartenanlage mit 20 Gärten zu schaffen. Zwar lehnte die Verwaltung das Vorhaben nach einer Analyse ab – der Bauausschuss des Stadtrates stimmte aber zu und so soll ein Konzept zur Schaffung einer neuen Anlage erstellt werden.

Über 338 Kleingärten verfüge die Stadt laut Stadtbaumeisterin Annegret Michler derzeit. 177 befinden sich in der Max-Friesenegger-Straße, 117 am Altöttinger Weiher und noch einmal 44 an der Pössinger Straße. Derzeit könne man einen Wandel bei der Zielgruppe feststellen: Kleingärten sind nicht nur interessant für ältere Bürger, der Trend zeige, dass rund 45 Prozent der Neuverpachtungen an Familien gehe. Pro Jahr wechseln nur etwa fünf Gärten den Besitzer – die meisten Pachtverträge werden aus Altersgründen oder wegen Umzugs gekündigt. Das habe laut Michler einen derzeitigen Aufnahmestopp und eine Regelwartezeit von einem Jahr zur Folge.

Konkret forderte die SPD, vertreten durch Dieter Völkl, eine Anlage mit 20 Gärten – die Stadtbaumeisterin zog einen Deutschlandvergleich zu Rate. Durchschnittlich fallen hier 1,2 Kleingärten auf 100 Einwohner. Landsberg aber liege mit den bereits bestehenden Schrebergärten und dem Faktor 1,2 somit genau im bundesweiten Durchschnitt. Zudem seien die Grundstücke, die nach Ansicht des Stadtbauamts infrage kommen, größtenteils im Osten der Stadt angesiedelt und außerdem an die Landwirtschaft verpachtet. Die größeren Wohngebiete liegen westlich des Lechs, die Erreichbarkeit sei nicht gewährleistet – die Entfernungen zu groß. Im zentralen Stadtgebiet Kleingärten auszuweisen sei auch mit dem Konzept von Professor Hermann Knoflacher nicht vereinbar. „Eine Ausweisung von weiteren zentralen Kleingartensiedlungen ist aus Sicht des Stadtentwicklungskonzeptes nicht zu­kunftsweisend.“

„Berücksichtigt man die derzeitige Finanzlage der Stadt, ist eine Neuausweisung von städtischen Flächen zur Nutzung als Kleingärten nicht zu empfehlen“, sagt die Stadtbaumeisterin. Um die Flächen überhaupt nutzen zu können, stünden Erschließungskosten in Form von Straßen, Wegen, Stellplätzen und einer Wasserversorgung an. Auch spiele der ökologische und soziale Aspekt in Landsberg nur eine untergeordnete Rolle, da ausreichend Grünflächen sowie Spiel- und Freizeitplätze vorhanden seien.

Die Verwaltung empfahl dem Bauausschuss, den Antrag abzulehnen und stattdessen die Vergabekriterien für die Kleingärten zu optimieren, oder den Bedarf durch eine private Bürgerinitiative zu kompensieren. Allerdings sprach sich der Ausschuss für den Vorschlag der SPD-Fraktion aus und so soll ein „Konzept zur Schaffung neuer Kleingärten“ erstellt werden.

Janina Bauch

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