Gleich hinter der Johanneskirche:

Pietätloser Umgang mit Gebeinen

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Pietätlos: Tagelang lag dieses Skelett auf der aktuell ruhenden Baustelle in der Brudergasse, gleich hinter der Johanneskirche, frei. Wirklich zuständig fühlt sich niemand.

Landsberg – Die Skelette werden geborgen, vorsichtig in Plastikkisten gepackt und zur Untersuchung an die Staatssammlung für Anthropologie in München geschickt. Das hatte die Anthropologin Kristin von Heyking von der Firma AntroArch Anfang Dezember 2015 gegenüber dem KREISBOTEN erklärt. Doch in der Praxis scheint das an der Baustelle in der Brudergasse auf dem ehemaligen Friedhof der Johanneskirche nicht zu funktionieren: Dort liegt mindestens ein Skelett seit Tagen komplett frei.

Stadträtin Petra Kohler-Ettner (CSU) hatte im Stadtrat bereits die Frage gestellt, warum denn die Baustelle nicht weitergeht; darauf konnte aber niemand eine Antwort geben. Auch von Heyking wollte sich auf Nachfrage des KREISBOTEN dazu nicht äußern und verwies auf das beauftragte Ausgrabungsbüro des Archäologen Jürgen Schreiber aus Peiting. Der reagierte auf die Anfrage des KREISBOTEN ähnlich einsilbig („Dazu sage ich jetzt lieber nichts“) und verwies auf das Landesamt für Denkmalpflege.

Bekannte Situation

Der dortige Sachbearbeiter Ilja Braunmüller zeigte sich ob des freiliegenden Skeletts betroffen, verwies seinerseits aber auf die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde – das ist die Stadt Landsberg. Und die war nicht sonderlich überrascht: „Die Situation ist bekannt, wurde auch schon mehrfach gemeldet. Die Stadt hat den Projektleiter wiederholt auf einen pietätvollen Umgang mit den Beinen hingewiesen“, erklärte Pressesprecher Andreas Létang.

Nach den Worten der Anthro­pologin von Heyking ist das Bauvorhaben angehalten. Dazu konnte die Stadt keine Informationen beisteuern: „Zu den Gründen, warum die Baustelle steht, kann Ihnen wohl nur der Projektleiter Auskunft geben“, sagte Létang.

Der KREISBOTE wird dazu weiter recherchieren.

Werner Lauff

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