Bauwagen dürfen bleiben

Zumindest äußerlich ein Vorbild: der Bauwagen samt Außenanlage im Landsberger Stadtteil Reisch. Foto: Schwaiger

Sie sind für viele Jugendliche alltäglicher Treffpunkt und Ort für diverse Feierlichkeiten. Die Rede ist von Bauwagen und Hütten, die von den Jugendlichen oft in Eigenleistung überall dort errichtet werden, wo es an speziellen Einrichtungen für Jugendliche in den Gemeinden mangelt. Rund 54 derartiger Vergnügungsstätten hat das Amt für Jugend und Familie im Landkreis ermittelt. Jetzt hat sich der Jugendhilfeausschuss grundsätzlich für einen Erhalt der Einrichtungen ausgesprochen – mit einigen Auflagen.

Seit November 2008 beschäftigt sich ein eigens eingesetzter Unterausschuss „Bauwagen/-hütten“ unter dem Vorsitz von Kreisrat Peter Ditsch mit der Thematik. Herausgekommen sind „Empfehlungen zum Umgang mit Bauwagen und Hütten als Jugendtreffpunkte im Landkreis“, die das Gremium nun dem Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung präsentierte. Dass es sich dabei nur um Empfehlungen handle, hänge mit der Rechtslage zusammen, erklärte Jugendamtsleiterin Maria Matheis. Denn die Entscheidung über die Duldung oder Beseitigung derartiger Einrichtungen liege allein in der Kompetenz der zuständigen Baubehörden. Dort dürfte man die Empfehlungen des Unterausschuss aufmerksam studieren, sehen diese doch den Erhalt zumindest jener Bauwagen vor, die von den Gemeinden bis Ende des Jahres gemeldet, von Jugendlichen bis 21 Jahre frequentiert werden und bei denen die Gemeinden für die Verkehrssicherung verantwortlich zeichnen. Besonders mit letzterem Punkt sei man den Gemeinden entgegengekommen, erläuterte Ditsch. Ursprünglich hatte das Gremium eine Lösung favorisiert, bei der die Verwaltungen die Treffpunkte als Einrichtung der örtlichen Jugendarbeit anerkennen. Dies sei jedoch nach Gesprächen mit den zuständigen Bürgermeistern und Jugendreferenten verworfen worden, da dies für die Gemeinden eine zu hohe rechtliche Hürde dargestellt hätte. Statt für den laufenden Betrieb verantwortlich zu sein, reiche es nun, wenn sich die Verwaltungen um eine sichere Statik, Feuerschutz, Rettungswege und eine gewisse gesellschaftliche Kontrolle kümmern. „Wir können damit gut leben“, sagte Matheis, „auch wenn uns natürlich ein Raum mit guter Ausstattung in den Gemeinden lieber wäre.“ Positiv überrascht zeigte sich die Jugendamtsleiterin von den durchgeführten Kontrollen. So seien die Bauwagen bei den Besichtigungen in einem bemerkenswert sauberen Zustand gewesen, auch Hinweise auf den im Zusammenhang mit derlei Einrichtungen oft vermuteten Alkoholmissbrauch wie herumstehende Schnapsflaschen seien nicht gefunden worden. Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg machte das allerdings vor allem an der Tatsache fest, dass alle Besuche vorher angekündigt wurden. „Die Wagen waren an den Tagen so sauber wie noch nie.“ Künftig wolle man daher verstärkt auf unangekündigte Kontrollen setzen, kündigte Matheis an. Einstimmig votierte der Jugendhilfeausschuss die Empfehlungen des Unterausschusses, dessen Arbeit nun beendet ist. Warnende Worte hatte Landrat Walter Eichner (CSU) noch für jene Gemeinden, die bislang auf eine Meldung der in ihrem Bereich befindlichen Bauwagen verzichtet haben. „Was bis Ende des Jahres nicht gemeldet ist, hat keinen Anspruch auf Duldung und muss weg.“ Auch neue Projekte haben in Zukunft nur in Ausnahmefällen die Chance, genehmigt zu werden, machte Matheis klar. Während in den oftmals favorisierten Außenbereichen überhaupt keine Bauwagen mehr aufgestellt werden sollen, werde man Anträge für den Innenbereich „im Einzelfall prüfen.“

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