Bayern – Sachsen und zurück…

Tobias Klug (rechts) und Mistcapala: Armin Federl, Vitus Fichtl und Tom Hake. Foto: Eckstein

Tobias Klug hat gerufen und viele Freunde und Weggefährten haben sich auf den Weg gemacht, um mit ihm sein Bühnenjubiläum zu feiern. So gaben sich am Sonntagabend Musiker aus Dresden, Leipzig, München und natürlich aus der Lechstadt ein Stelldichein im Landsberger Stadttheater.

Gleich in seiner Begrüßung gab Tobias Klug quasi das Motto des Abends und seiner gesamten Karriere aus: „Der deutsche Kontrabass – wo steht er heute? In unserer Mitte“. Und natürlich im Mittelpunkt des Programms: angefangen mit Ausschnitten aus dem Soloprogramm des Jubilars, in dem man mit Verblüffung erfährt, dass ja der Bass der Spiegel der Gesellschaft ist. Und wandlungsfähig ist er obendrein: egal, ob Klug als „Europas kleinstes Orchester“ Beethoven und Schumann interpretiert, die Ballade von der Fledermaus zum Besten gibt oder als (nicht ganz ernstgemeinte) Hommage an die „zeitgenössische ernste Musik“ dem Instrument die absonderlichsten Töne entlockt. Doch ist Tobias Klug nicht nur Musik-Comedian, sondern vor allem ausgebildeter Musiker. Das zeigte er, als er mit seinem Bruder Daniel am Piano seine Tochter Sophia begleitete, die unter anderem Leonard Cohens „Hallelujah“ sang, oder seine Nichten Charlotte und Pauline, die zu Camille Saint-Saëns „Der Schwan“ tanzten. Details zu Klugs Karriere und Leben waren in einer launigen Laudatio von Mistcapala-Kollege Vitus Fichtl zu erfahren, worin auch die Unterschiede zwischen Bayern und Sachsen amüsant thematisiert wurden. Musik aus aller Welt und verschiedenen Stilrichtungen präsentierte das Dresdner Gitarrenduo „Mas que Nada“ (Immo Jopp und Ernst Wilhelm Holl). Sie mischen virtuos Metal und Rock mit Folkelementen und Jazz. Ausschnitte aus ihrem berühmten Programm „Café Knax“ ließ die Leipziger Chansonette Susanne Grütz mit ihrem Pianisten und Komponisten Hubertus Schmidt noch ein­- mal aufleben. Den Höhepunkt des Abends bildete aber zweifellos der Auftritt des Landsberger Herrenquartetts „Mistcapala“. Hier konnten Klug und seine Kollegen Armin Federl, Vitus Fichtl und Tom Hake alle komisch-musikalischen Register ziehen: ob als Jagdfreunde, gescheiterte Liebhaber, Kunden einer Eisdiele oder in einer Howard-Carpendale-Parodie – im Publikum blieb kaum ein Auge trocken. Das Kontrastprogramm kam am Schluss: Tobias Klug spielte gemeinsam mit der „Lechler Tanzlmusi“, mit der er jüngst auf der Historischen Wiesn konzertierte. Ein sächsisch-bayerischer Kulturabend im besten Sinne zu Ehren eines sächsischen Landsbergers (oder umgekehrt…).

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