"Voll im Plan"

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Mit der Ganztagsbetreuung werden in Zukunft wohl bis zu 220 Kinder ihr Mittagessen in der Grundschule Kaufering einnehmen.

Kaufering – Auf eine recht harmonisch verlaufene Bürgerversammlung konnte Bürgermeister Erich Püttner zurückblicken. Das lag nicht zuletzt daran, dass der Rathauschef insgesamt eine positive Bilanz für seinen Ort ziehen konnte. Kaufering sei weiterhin eine Zuzugsregion, betonte der Rathauschef in seinem Rückblick. 10133 Einwohner habe Kaufering derzeit, bis zum Jahresende werde der Ort wahrscheinlich sogar auf 10220 wachsen.

„Die Nachfrage nach Wohnraum ist in Kaufering weiterhin groß“, sagte Erich Püttner. Er konnte in seiner Bilanz aber auch auf eine Reihe von Neubauten und Bauvorhaben verweisen. Beispielsweise der Neubau von 28 barrierefreien Wohnungen in der Bayernstraße bei der VR-Bank Landsberg oder auf das Bauvorhaben an der Augsburger Straße gegenüber von Hilti. Dort sind 12 Wohnungen in Planung. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung, die auch Kaufering nicht verschone, gäbe es in der Marktgemeinde auch Überlegungen, den Bau eines Mehrgenerationenhauses zu fördern. Grundsätzlich laute das Motto in der Kauferinger Baupolitik, bestehende Wohngebiete zu verdichten, anstatt auf der „grünen Wiese“ neu zu bauen. 

Das Projekt eines privaten Investors, auf dem ehemaligen Schmittenbauerhof eine größere Wohnanlage zu errichten, ist laut Püttner allerdings nicht realisierbar, weil der Investor sich zurückgezogen habe. Das Bauvorhaben „entsprach nicht dem das Ortsbild prägenden Charakter“, sagte Erich Püttner. Am Marktgemeinderat liege es nun, sich Gedanken über Bebauungspläne im Dorfkern zu machen. Die gäbe es bisher nicht, betonte Püttner. Überhaupt gäbe es keine einheitlichen Bebauungspläne. „Mal sind beispielsweise Gauben erlaubt, mal sind sie es nicht“, sagte der Rathauschef kritisch. 

Die Marktgemeinde ist derzeit dabei, die Infrastruktur zu stärken und den Renovierungsstau abzubauen. Der Bürgermeister will das „schnelle Internet“ weiter fördern, zumal die Staatsregierung hier Zuschüsse in Höhe von über 80 Prozent in Aussicht gestellt habe. Insbesondere im alten Dorfkern bestehe noch eine schlechte Versorgung. Ein Ingenieurbüro sei mit dem Thema beauftragt worden, sagte Püttner. Die Renovierung der Sporthalle in der Bayernstraße sei voll im Plan. Energetisch werde auch die Grundschule ertüchtigt. Der Neubau einer Mensa an der Grundschule sei beschlossen. Derzeit würden 160 Kinder einen Mittagstisch erhalten, man rechne aber nicht zuletzt durch die Ganztags- betreuung mit bis zu 220 Kindern, die in der Schule ihr Mittagessen einnehmen. „Obwohl immer weniger Kinder geboren werden, steigt der Bedarf an Ganztagsbetreuung“, sagte der Rathauschef. Püttner ging auch auf die Asylproblematik ein. Von insgesamt 430 Flüchtlingen im Landkreis seien alleine in Kaufering 150 untergebracht. Die Botschaft von Erich Püttner war, dass nun auch andere Gemeinden im Landkreis ihren Teil zur Unterbringung von Flüchtlingen beitragen müssten. Wie der KREISBOTE berichtet hatte, hat derzeit nur jede dritte Gemeinde im Landkreis Asylbewerber untergebracht. Bisher gäbe es keine Konflikte in Kaufering, betonte der Bürgermeister, wohl aber sehr viele ehrenamtliche Helfer. Er sieht aber auch die Probleme der Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn Flüchtlinge Wohnungen bekämen, Kauferinger aber nicht. Deshalb sei der weitere Bau von bezahlbarem Wohnraum sehr wichtig. Informationen über die Städtefreundschaft mit der isländischen Stadt Isafjördur, der Neuorganisation der Verwaltung, mehr Service für die Bürger oder dem Einbau eines neuen Blockheizkraftwerkes bei den Kommunalwerken rundeten die Bürgerversammlung ab. Einen Wermutstropfen musste Püttner seinen Bürgern noch einschenken: Das Trinkwasserleitungsnetz muss erneuert werden. Geschätzte Kosten: Rund 5 Millionen Euro, verteilt auf mehrere Jahre. Weiterhin muss die Marktgemeinde für Reparaturen am Abwasserkanalsystem mit Kosten in Höhe von 7 bis 8 Millionen Euro rechnen. Auch diese Maßnahmen werden sich über fünf bis sechs Jahre hinziehen. Auf eine entsprechende Frage nach Gebührenerhöhungen bei Wasser und Abwasser sagte Püttner, die Kosten würden sich auf die Gebühren auswirken. 

Hohe Zuschüsse 

Einige Lichtblicke konnte auch Kämmerer Winfried Plaß verkünden. Dank hoher Zuschüsse kostet die Sanierung der Sporthalle die Marktgemeinde nur rund 861000 Euro. 4,2 Millionen kassiert Kaufering vom Freistaat und vom Landkreis. Hohe Zuschüsse wird es auch bei der Sanierung der Grundschule geben. Man habe im laufenden Jahr trotz der Großprojekte keine neuen Kredite aufnehmen müssen. Die Verschuldung Kauferings liege derzeit bei knapp 12 Millionen Euro, die der Kommunalwerke bei knapp 30 Millionen Euro, sagte Plaß. Der Schuldendienst liege bei rund einer Million Euro im Jahr. An Rücklagen hat die Marktgemeinde 2,1 Millionen Euro.

Siegfried Spörer

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