Begleitet bis zum Ende

Das Palliativ-Beratungs-Team vor dem Klinikum Landsberg (von links): Dr. Josef Binswanger, Christopher Pölsterl, Heidi Gampel, Waltraud Horn, Dr. Wolfgang Weisensee, Edigna Müller, Dr. Rolf Lembeck und Gabi Schüder. Foto: kb

Auf kaum einem anderen Gebiet schreitet die Entwicklung so rasant voran wie in der Medizin. Doch trotz des gewaltigen Fortschritts in den vergangenen Jahrzehnten gibt es noch immer viele Krankheiten, die auch mittels modernster Erkenntnisse nicht heilbar sind. Für Patienten ist es eine niederschmetternde Diagnose, wenn die Ärzte bei ihrer Behandlung an die Grenzen stoßen und der Tod plötzlich unausweichlich wird. Solch schwerstkranken und sterbenden Menschen bis zum Tod ein würdiges und selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in stationären Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen, ist das Ziel des Netzwerkes Palliativversorgung, das am Montag im Landratsamt offiziell gegründet wurde.

Seit einem Jahr habe man die Planungen dazu vorangetrieben, sagt Erich Püttner, der als 1. Vorsitzender der Hospizgruppe Landsberg, Geschäftsführer des Seniorenstifts Kaufering und Kassier des Vereines Palliativ Care federführend an der Entwicklung des Projekts beteiligt war. Die palliative Betreuung Schwerstkranker an sich ist derweil nicht neu im Landkreis Landsberg. Schon seit vier Jahren kümmert sich Palliativ Care mit fünf Fachkräften, die rund um die Uhr erreichbar sind, um die Versorgung der betroffenen Patienten. Das neu gegründete Netzwerk soll nun dabei helfen, die bereits „vielfältig vorhandenen Strukturen zu koordinieren, um eine flächendeckende, zeitnahe, patientenorientierte und ausreichende palliativmedizinische Versorgung zu gewährleisten“, heißt es in der Präambel der Kooperations-Vereinbarung, die am vergangenen Montag allen potentiellen Partnern ausgehändigt wurde. Zu diesen zählen neben Haus- und Fachärzten, Psychologen und Seelsor­- gern auch Institutionen wie das Landsberger Klinikum, ambulante Pflegedienste, Apotheken, sowie Alten- und Krankenpflege-Schulen. „Wir wollen damit ein möglichst schlagkräftiges Team auf die Beine stellen“, sagt Püttner. Dabei stehe die Qualität des Angebots an erster Stelle. Voraussetzung für eine Mitarbeit ist daher eine umfassende palliativ­- medizinische Qualifikation. Jedes Mitglied verpflichtet sich zudem, mindestens einmal im Jahr an einer Fortbildung teilzunehmen. Der Erstkontakt sowie die persönliche Betreuung der betroffenen Patienten bleibt wie bisher in den Händen der eigens dafür vorgesehenen Fachkräften, dem sogenannten Koordinationsteam. Diesem obliegt in einem weiteren Schritt die passende Einbindung des Netzwerkes. „Wir wollen so ganz gezielt auf die Betreuungsfälle reagieren“, formuliert Püttner das Ziel. Langfristig erhoffen sich die Initiatoren auch einen Kosteneffekt von der Zusammenarbeit. So soll künftig gemeinsam über die Honorierung der erbrachten Leistungen mit den Kostenträgern verhandelt werden. Die Vollversammlung aller Mitglieder tagt ab sofort mindestens einmal jährlich, um sich über die Arbeit des Netzwerkes auszutauschen. Um die tagtäglich anfallenden Aufgaben kümmert sich die Geschäftsführung, die für drei Jahre gewählt wird und aus je einem Vertreter der Vollversammlung, des Palliativ Care-Vereins und der Hospiz-Gruppe Landsberg besteht.

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