Beifall und Kritik für Ministerin

In Geduld üben mussten sich die Anwesenden, die am Donnerstag im Bürgerhaus in Pflugdorf auf Staatsministerin Christine Haderhauer warteten. Denn nach dem musikalischen Auftakt, den die Geschwister Kölbl aus Apfeldorf boten, betrat anstelle der Ministerin erst einmal Benedikt Hager, Vorsitzender des CSU-Ortsverband Hofstetten-Thaining-Vilgertshofen, das Podium – mit den Worten: „Ich würde jetzt ja gerne Frau Haderthauer begrüßen – aber die steht im Stau.“ Wie sich erst später herausstellte, wegen eines schweren Unfalls auf der Autobahn.

Um Punkt halb neun, eine Stunde später, betritt die bayerische Familienministerin endlich den Raum – unter großem Beifall des zu gut zwei Dritteln gefüllten Saales. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der in der Zwischenzeit das Wort ergriffen hatte, lässt die gestresste Ministerin noch ein paar Minuten verschnaufen – bevor Haderthauer dann ans Rednerpult kommt und betont, dass sie eigentlich eine „Pünktlichkeitsfanatikerin“ sei und eigentlich eher zu früh als zu spät dran sei. Eltern zu den Kindern Mit ihrer Rede punktete sie und bekam häufig Zustimmung. Immer wieder wies sie darauf hin, wie wichtig es sei, dass Eltern die Möglichkeit bekämen, viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Und dass die Politik nicht nur das „Abliefern in staatliche Einrichtungen“ finanzieren sollte: Nicht alles Geld solle in die Kinderbetreuung fließen, sondern auch diejenigen, die sich zuhause um die Erziehung be-mühen, sollten eine kleine Anerkennung bekommen. Mit humorvollen Äußerungen sammelte Haderthauer ebenfalls Sympathiepunkte bei den Zuhörern. Etwa wenn sie das Elterngeld preiste und dabei feststellte, dass etliche Väter gleich ein Buch über ihre Elternzeit schreiben: „Dass scheint schon eine einschneidende Erfahrung für die Väter zu sein“, witzelt sie. Jedenfalls findet sie es fortschrittlich, „auch mal die Männer ranzulassen“. Familie solle die Aufgabe von beiden Elternteilen sein. Weniger harmonisch verlief die Diskussionsrunde. Der erste Wortmelder wurde durch Zuruf als „Rassist“ beschimpft, nachdem dieser die niedrige Geburtenrate von 1,34 Kindern pro Frau kritisierte und mit ausfallenden Bemerkungen gegen Zuwanderer wetterte. Ein Trennungsvater, der sich gerichtlich das Sorgerecht für seinen Nachwuchs erstreiten musste, beklagte die benachteiligte Stellung von Vätern, die nicht mit der Kindsmutter verheiratet waren. Die Ministerin räumte zwar ein, dass die Rechtsprechung manchmal schwer verständlich sei – steht jedoch klar für eine Hervorhebung der Ehe statt einer „Nivellierung“ mit anderen Partnerschaften. Gegen Mindestlöhne Nicht ganz zufrieden war auch Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple mit den Antworten, die er auf seine Fragen bekam: Epple fragte, warum sich die CSU gegen Mindestlöhne sperre. Haderthauer wies die Mindestlöhne aber als Arbeitsplatzvernichtung zurück. Gegen die Aufstockung aufs Gehalt, das sie so lobte, kam der Einwand aus dem Publikum: „Wer will denn schon ein Bittsteller sein?“. Epples Bemerkung, dass es bei Handwerksbetrieben oft Probleme mit Vätern in Elternzeit gebe, ließ die Ministerin auch nicht gelten: „Die Unternehmen können nicht nur Männer einstellen, in der Hoffnung, dass die nicht kindbedingt ausfallen.“ Ferner gab es Kritik an der Rente mit 67 und die Forderung nach einer Ganztagsschule an der Grundschule.

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