"Benefactors" gesucht

Hochwillkommen – ein funktionsfähiges Ultraschall-Gerät, das Dr. Eva Zwicknagl aus Greifenberg der Afrikahilfe Schondorf als Sachspende zur Verfügung gestellt hat. Foto: Gernhardt

Eine positive Bilanz zieht die Afrikahilfe Schondorf in ihrem zweiten Halbjahresbericht für ihre Projektarbeit im vergangenen Jahr 2011. Bildung steht ganz groß geschrieben auf dem Fördermaßnahmenkatalog der mittlerweile im 25. Jahr ehrenamtlich agierenden Regional-Gruppe von „Hilfe zur Selbsthilfe – Dritte Welt e. V.“, unter der Vorstandschaft des Ehepaars Adelheid und Ludwig Gernhardt. In Tansania und Südafrika werden deshalb vornehmlich Förderprojekte in Kindergärten, Schulen und an Universitäten vorangetrieben. Dazu kommen unterstützende Maßnahmen auf dem Arbeits- und auf dem medizinischen Sektor. Vor allen hier ergab sich durch eine Anfrage nach medizinischem Gerät in den letzten Wochen des zurückliegenden Jahres ein besonderer Arbeitsschwerpunkt.

Nur allzu gerne wollte man in Schondorf der jüngsten Bitte aus Afrika, von der nicht staatlichen Ludewa Development Foundation (LUDEFO) in Südtansania, entsprechen und bei der Beschaffung dringend benötigten medizinischen Geräts für eine Maibong Sukidar Charity Klinik in Daressalam behilflich sein; das sind Krankenhäuser, in denen Ärzte ehren- amtlich und kostenlos bedürftige Menschen behandeln, die sich eine Behandlung sonst nicht leisten können. Gebraucht werden vor allem ein gut erhaltenes Ultraschall-Diagnose-Gerät und ein Set für EKG-Messungen. Nach vergeblichen Verhandlungen mit einer gemeinnützigen Technologie Transfergesellschaft in Marburg, liegen den Schondorfer Helfern mittlerweile geeignete Angebote für ältere, rekonditionierte Gebrauchtgeräte vor. Angekauft werden sollen nun ein Ultraschallgerät mit großem Monitor, Convex-Sonde und einem Drucker für 2350 Euro und ein EKG-Set für 350 Euro. Für den Export will man zwei maßgenaue Transportkisten anfertigen lassen, in denen die Geräte verpackt und per Luftfracht ab München nach Daressalam geschickt werden sollen. Vorort wird sich ein Vertreter der LUDEFO um die Zollbefreiung und die lokale Zustellung kümmern. „Zwei Spender konnten bereits gewonnen werden, die die etwa 3800 Euro teure Hilfsaktion mit Teilbeträgen bezuschussen“, teilt Ludwig Gernhardt mit und wünscht sich „noch weitere „benefactors“, die an diesem sinnvollen Projekt mitwirken wollen.“ Auch im „Kerngeschäft“ der beiden ehemaligen Lehrer, der schulischen und universitären Bildung, steht die LUDEFO als Partner vorort zur Verfügung. Den elf „Neuen“ unter den insgesamt 44 von der Afrikahilfe finanziell unterstützten Studenten beispielsweise , half ein „students advisor“ beim Einstieg ins Studium und in der ersten Orientierungsphase. An den vier betreuten Secondary Schools im Ludewa-District werden derzeit mit einem Gesamtaufwand von 9950 Euro 78 Schüler, meist Waisen oder Kinder aus sehr bedürftigen Familien, durch die Übernahme der Schulgeldzahlungen unterstützt. Die Aus- stattung dieser Schulen konnte in zwei Maßnahmen verbessert werden. Pro Einrichtung wurde je ein Klassensatz von einem tansanischen Verlag neu herausgebrachter Chemiebücher angeschafft. Dazu konnte in der Masimbwe Technical&Secondary School Demonstrations- und Experimentiermaterial für den neuen Chemie- Unterrichtsraum beschafft werden. Gelder vom Ammersee flossen auch in einen vor Jahren gebauten und im Betrieb unterstützten Preschool-Kindergarten in Südafrika in der Provinz Kwazulu-Natal, der gerade die staatliche Anerkennung und damit die Berechtigung für staatliche Zuwendungen zu den Betriebskosten erlangt hat. Knapp 7000 Euro wurden für den Bau eines Toilettenblocks, für laufende Aufwendungen und für die Bezahlung der Kindergärtnerin bezahlt. Ein Betrag von 2650 US-Dollar ging an die Bootsbauer aus dem Dorf Kikundi am Nyasa-See in Tansania. Schon vor zwei Jahren hatten diese im Auftrag der Afrikahilfe ein vier Meter langes Holzboot zur Unterstützung des Fischfangs gebaut, das nun mit einem Außenbord-Motor nachgerüstet wurde. Im tansanischen Betreuungsgebiet bauen die Gemeinden immer mehr Kindergärten. Zur Unterstützung beteiligte sich die Hilfsorganisation daher in Lupingu und in Madunga an den Kosten für neues Mobiliar und in Madunga zusätzlich an der Installation von elektrischem Licht. Weitere Mittel zur Teilfinanzierung eines zweiten Bauabschnitts werden dringend benötigt, sind derzeit jedoch noch nicht aquiriert. Ein Speise- und Versammlungssaal mit Küche und eine Einfriedungsmauer für insgesamt 17300 Euro stehen auf dem Plan. „Arbeitsleistungen im Wert von 5700 Euro, das sind immerhin 36 Prozent der Baukosten, will die Gemeinde in Selbsthilfe hier erbringen“, sagt Ludwig Gernhardt „da würde man die erbetenen Mittel wirklich sehr gern dazutun.“ Schon schwebt es wieder im Raum: Das „Wunschgespenst des Benefactors“ und man hofft für die Aktiven der Afrikahilfe Schondorf, dass es sich doch möglichst oft und immer in seiner spendabelsten Form materialisieren möge.

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