Musikalisch um die Welt

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In Inning begeisterten die Aquabella ihr Publikum in der Kult-Musikkneipe Spectacel.

Inning/Dießen – Ostfinnisch sprach natürlich keiner, weder in Inning noch in Dießen. Auch bulgarisch, japanisch oder arabisch nicht. Aber die musikalischen Geschichten aus der ganzen Welt, die die Aquabella-Sängerinnen aus Berlin erzählten, verstand dann doch jeder. Gleich mit zwei A-Cappella-Konzerten in der Ammerseeregion begeisterten die Stimmvirtuosen ihr Publikum. In Inning traten sie am Samstag in der Kult-Musik­kneipe Spectacel auf. Am Sonntag gaben sie auf Einladung der Künstler der Ausstellung „Blau“ eine Matinee im Blauen Haus in Dießen. Die fünf Sängerinnen waren extra aus der Hauptstadt angereist, wo sie in der vergangenen Woche noch in einem Konzert in der Philharmonie zu hören waren. Im Gepäck hatten sie ihr aktuelles Programm „Ayadooeh!“

Was wie der Regenruf polynesischer Ureinwohner klingt, ist eigentlich ein Kunstwort und steht für ihr Repertoire in 18 Sprachen. Darunter auch so bekannte Hits der Weltmusik wie „Aisha“ von Khaled, „Mas que nada“ aus Brasilien, der spanische Ohrwurm „Hijo de la luna“ oder „Pata Pata“, ein Lied, das die Afrikanerin Miriam Makeba weltberühmt gemacht hat.

Alle Stücke präsentieren die Aquabella-Sirenen in eigenen, teils auch ungewöhnlichen Arrangements. Sowohl in Inning als auch in Dießen begeisterten sie mit ihrer Bühnenpräsenz und Stimmgewalt, aber auch damit, dass sie fast ohne technischen Schnickschnack auskommen und jedes Lied mit einer kleinen Geschichte garnieren. So lernten die Zuhörer, dass wer unerlaubt zum Polkatanzen geht, schnell schwanger werden kann. Auch wurde von einer jungen Frau erzählt, die auf der Suche nach einem Mann fürs Leben, einen verhängnisvollen Handel mit dem Mond eingeht. Zu beiden Aufführungen mussten die Aquabella mehrere Zugaben geben und versprachen wieder zu kommen. In Dießen sangen sie sogar unplugged und waren begeistert von der Akustik im Blauen Haus.

Seit 1990 geben die Aquabella in unterschiedlichen Besetzungen Konzerte in rund 20 Sprachen. Ihre Konzertreisen führten sie schon nach Russland, Frankreich, Österreich, Italien, in die Schweiz und nach Belgien. Mehrfach wurde das Ensemble mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. In der Ammerseeregion waren sie vor gut zehn Jahren zum ersten Mal zu Gast. Damals traten sie in der Alten Brauerei in Stegen auf.

Werbesong im Ohr

In Dießen und Inning waren aus ihrem Ensemble diesmal Claudia Karduck mit ihrer satten, samtigen Altstimme zu hören, Bettina Stäbert mit ihrer energiegeladenen Bühnenpräsenz und ihrer warmen Mezzostimme, die Jazzsängerin Sarah Kaiser, die ursprünglich in Südafrika geborene Nadja Dehn mit ihrer Alt- und Sopranstimme sowie Anett Levander. Der Name „Ayadoeeh“ ihres aktuellen Programms ist ursprünglich der Titel eines Werbesongs für eine Fluggesellschaft. Der Text ist in künstlicher Sprache verfasst, geht aber sehr ins Ohr und beweist einmal mehr, dass Musik eigentlich keine Sprache benötigt.

Maren Martell

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